Das Reitbahnviertel und die soziale Verantwortung

Am 1.November endet die Mietfreie Zeit für das Hausprojekt Reitbahnstrasse 84. Ein guter Moment einen kurzen Blick auf die derzeitige Situation zu werfen und zu schauen wo das Projekt zur Zeit steht.
Letzten Donnerstag fand in der Annenschule das „Reitbahnforum“ statt. Neben einigen städteplanerischen Maßnahmen im Viertel, wurde auf die Einrichtung eines „Treffs der Generationen“ hingewiesen, der von den Stadtplanern in bewusster inhaltlicher und räumlicher Nähe zum Wohn- und Kulturprojekt Reitbahnstrasse 84 angedacht ist. Ohnehin konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die sommerliche Hausbesetzung dem „Reitbahnviertel“-Planungsprozess überhaupt erst Relevanz verliehen hat.
Indes unternehmen die Aktivist_innen der Reitbahnstrasse bereits jetzt schon viel zur individuellen Lebensverbesserung, was andernorts als „soziales Engagement“ bezeichnet werden könnte. Ein Beispiel dafür ist der im Projekt angesiedelte „Umsonstladen“. In diesem können Gegenstände zur kostenlosen Mitnahme bereitgestellt bzw. tauschfrei mitgenommen werden. Dieser als sozialer Treffpunkt fungierende Ort, basiert auf einem Prinzip des solidarischen Zusammenlebens und wird als solcher zu einem Teil von „Lokales Kapital für Soziale Zwecke“ (LOS) gefördert.
Das Projekt ist somit binnen kürzester Zeit zu einem interessanten Ort für Student_innen, Anwohner_innen und Besucher_innen der kulturellen Veranstaltungen, wie z.B. dem Kinderfest, geworden.
Parallel dazu werden die Instandsetzungsmaßnahmen des Hauses voran getrieben, wobei monatlich allein Baukosten von ungefähr 700 Euro anfallen. Diese kommen zu den 2500 Euro Nebenkosten hinzu, bei denen die Fernwärme den größten Posten darstellt. Dazu kommt die Miete der GGG, welche Aufgrund der Baukosten und der geleisteten Arbeit der Aktivist_innen ein finanzielles, perspektivisch Projekt bedrohendes Problem darstellt. Dieses Geld kommt leider, im Gegensatz zu einer normalen Mietzahlung, nicht dem Haus zu Gute, sondern wird von der GGG als Verwaltungskosten gefordert.
Damit könnten stattdessen die geplanten soziokulturellen Projekte auf einer nachhaltigen, finanziell gesicherten Grundlage voran getrieben werden. Und das kommt schließlich den Mitmenschen und dem Stadtteil zu Gute.
„Langfristig gesehen kann sich das zu einem existenziellen Problem für das gesamte Projekt entwickeln.“ so Jaqueline, Mitwirkende in der Reitbahnstrasse 84. Weiter führt sie aus „das Geld würde uns helfen das geplante Nachbarschaftszentrum praktisch umzusetzen und damit würden wir ein Projekt verwirklichen welches der Stadt, ohne uns, enorme Kosten verursachen würde.“ „Wenn die GGG weiterhin auf den 500 Euro Miete besteht müssten wir unser soziokulturelles Konzept komplett überarbeiten und wahrscheinlich verwerfen. Und das würde niemandem was nützen.“ sagt Peter vom Umsonstladenkollektiv.
Die Stadt ist im Hinblick auch auf die neue Planungssituation nun an der Reihe, dem Projekt gegenüber klar Stellung zu beziehen und bei zukünftigen Gesprächen mit der GGG unterstützend zur Seite zu stehen bzw. in anderer Weise entgegenzukommen.




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