Brandanschlag auf Kultur- und Wohnprojekt in Chemnitz

In der Nacht vom 28. zum 29. April versuchten unbekannte Täter in Chemnitz einen Brandanschlag auf das Wohn- und Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 zu verüben.
Mindestens zwei Brandsätze wurden gegen die Fenster und die Plakatwand im Erdgeschoss des Gebäudes geschleudert.
Der eine Brandsatz bestand aus einer Bierflasche, die mit Spiritus gefüllt war, der andere aus einem Eistee-Tetrapak, ebenfalls gefüllt mit Spiritus. Augenzeugen berichteten, sie hätten zwei jung wirkende, vermummte Personen in schwarzer Kleidung fliehen sehen. Eine der Bewohnerinnen des Hauses: „Das ist ein offensichtlicher Mordversuch. Wer Brandsätze auf Wohnhäuser wirft, muss davon ausgehen, dass dabei Menschen ums Leben kommen.“ Ein weiterer Bewohner: „Nur die Dummheit der Täter hat Schlimmeres verhindert.“ Die Täter warfen ihre Brandsätze offenbar ungeachtet der etwa 150 Meter stehenden Polizei, die gerade einen Autofahrer nach Alkohol kontrollierte. Die Zeugen machten die Polizeibeamten auf ihre Beobachtungen aufmerksam, diese reagierten erst nach Beendigung der Kontrolle.
Seit Beginn des Projektes vor knapp zehn Monaten sehen sich die Bewohnerinnen Diffamierungen, Drohungen und auch Angriffen aus der Naziszene ausgesetzt. Dass auch dieser Anschlag seine Wurzeln im rechtsradikalen Spektrum hat, liegt daher nahe.
Damit reiht sich dieses Ereignis ein in eine Kette von Vorfällen, wie den Brandanschlag in Colditz und diverse Überfälle in Burgstädt und im mittelsächsischen Raum. Die dabei zu beobachtende erhöhte Gewaltbereitschaft schafft ein Klima der Angst. Die Gesellschaft kann es sich unter diesen Umständen nicht mehr leisten, die Zustände weiterhin zu ignorieren.




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