Hausbesetzung: Räumung bis Freitag

Guten Tag,

Die zwei Wochen alte Hausbesetzung ist in aller Munde. Stadtplaner der ganzen Republik geben sich ein Stelldichein um das seit Jahren einmalige Projekt in der ostdeutschen Provinz von nahem
zu bestaunen. In der Tat befinden sich die ehemaligen Besetzer auf dem kurzen Weg ins Establishment. Und in der Tat war jener Weg noch nie so kurz: Termine mit Bürgermeistern werden
zu Randnotizen, Bundestagsmitglieder werden durchgewunken. Die ganze Historie ist nachzulesen: http://ki23.blogsport.de/
Ja, die Nas_innen haben hatten in der tat einen guten Zeitpunkt erwischt. Und sind von fast allen willkommen geheissen wurden.
Bald spricht man von “Mein Reitbahnviertel” ( http://reitbahnviertel.wordpress.com/ ), wie ein cooles Berliner Stadtplanungsamt markig postet und prustet. Ebendieses hat den Auftrag der Stadt,
das Gebiet zwischen Südbahnhof und Tietz urban, zivilisatorisch und gentrifikatorisch zu entwickeln. Studenten sollen her, oder nach der niederschlagenden ersten Erkenntnis der Berliner,
dass hiesige Studenten durch enorme Schlafmützigkeit ausgezeichnet sind, zumindest irgendwelche Leute.

Kurz und gut, nach zwei Wochen Besetzung ist schluss: Die Raumpionier_innen werden das Verliess bis Freitag räumen. Der Kämpfer muss sterben, weil sie leben wollen. Nämlich legal und
im Einklang mit Stadtplanerischen Erkenntnissen. Sie wurden allesamt überredet doch wieder ein ordentliches Leben zu führen und ziehen in verschiedene sanierte Kassberg-WGs.
Daher findet am Mittwoch, den 04. Juli ab 19 uhr, noch einmal ein letztes Festchen statt, um von Illegalität, Utopie und Wahnsinn Abschied zu nehmen. Alle sind herzlich eingeladen, sich noch
einmal dieses fast schon historisch gewordene Ding in der Karl-Immermann-Strasse 23/25 anzusehen und zu betanzen und zu betischtennissen. Auch die, die noch ein letztes Mal verrucht sein wollen: bitte kommen. Denn dann ist es endgültig vorbei. Wie mich gerade eine Nachricht erreicht, ziehen die ehem. Besetzer nicht in sanierte WG´s sondern in das als “Kinderkaufhaus” betitelte Monstereckhaus Reitbahn/Gustav Freytag Strasse, also der Fuss der Reichenhainer. Die Utopie geht also weiter, diesmal aber legal. Sie haben es geschafft, ein emanzipatorisches Wohn- und Kulturprojekt geht in die zweite Runde. Doch wie wird es weitergehen?

Freitag im neuen Kinderkaufhaus: Begängnis der Öffentlichkeit. Mit Spiel und Spass für jedermann, Vokü und Clownerie unterm Laubengang. Zeit: Jederzeit.
Und Sonntag im Kinderkaufhaus: Liederabend mit Paul dem Geiger. ab 21 uhr.

viele grüsse
euer
eberhard weber




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