Karl-Immermann-Straße 23/25
Räumung des Hauses durch Kultur-Initiative

Nach gut 14 Tagen will die Initiative „Eberhard Weber“ das von ihr besetzte Haus bis kommenden Freitag räumen. Dies sieht eine entsprechende Vereinbarung vor, die heute zwischen Initiative und GGG getroffen wurde. An der Idee eines kulturellen Stadtteil-Treffs mit Café, Lesungen, Info-Möglichkeiten und kleineren Konzerten für junge Chemnitzer wollen die Initiatoren nach eigenen Aussagen weiterhin festhalten.
Die GGG bietet hierfür das derzeit leer stehende Haus Reitbahnstraße 84 / Bernsbachplatz 6 (ehem. „Kinderkaufhaus“) als alternativen Standort an, der im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung Platz bietet, ein solches gemeinwesenorientiertes Projekt nunmehr eigenverantwortlich zu realisieren. Nachdem sich unser Unternehmen in den vergangenen zwei Wochen trotz Medienanfragen weitgehend mit Kommentierungen zur Karl-Immermann-Straße zurückgehalten hat, möchten wir an dieser Stelle betonen, dass wir der inhaltlichen Idee der Initiative grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber standen.
Bereits im März dieses Jahres hatten wir mit dem „Verein zur Wiederbelebung kulturellen Brachlands“ sowie einem Architekten verschiedene andere Standorte im Bereich des Brühl besichtigt, jedoch keine weiteren Rückmeldungen hierzu bekommen. Der Verein ist nunmehr Partner für die Nutzungsvereinbarung am Bernsbachplatz – ein Ergebnis, dass man unserer Ansicht nach inhaltlich ohne Probleme und Besetzung auch im Frühjahr hätte aushandeln können. Nicht zuletzt deshalb lehnen wir die „Besetzung“ der Karl-Immermann-Straße grundsätzlich ab. Letztlich war es lediglich das ernsthafte Bemühen der jungen Leute für die gemeinwesenorientierten Projektinhalte und eine gewisse Ordnung in und um das besetzte Haus herum, was uns dazu bewogen hat, über die Realisierung einer solchen Idee als „Ergebnis“ des Jugendaktionstages zu diskutieren.
Wir sehen uns als kommunales Wohnungsunternehmen natürlich auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung, die jedoch sicherlich Grenzen hat. Zugleich ist ein städtisches Wohnungsunternehmen kein Selbstbedienungsladen für alle möglichen Visionen. Eine dieser Grenzen ist daher die rechtswidrige Inbesitznahme fremden Eigentums – dazu zählt auch die Besetzung von Häusern. Die GGG wird deshalb losgelöst vom derzeitigen Kontext jede Besetzung ihrer Häuser mit allen rechtlichen Konsequenzen entsprechend kurzfristig beenden.
Die weitere Zukunft der Karl-Immermann-Straße 23/25 ist derzeit offen. Sollte das Haus nach Abschluss des laufenden Reprivatisierungsverfahrens im Bestand der GGG verbleiben, werden wir uns um einen Käufer bemühen, der die Sanierung und weitere Nutzung des Wohnhauses innerhalb des bereits sanierten Wohngebietes übernimmt.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Reisz
Pressestelle




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