Pressemitteilung der Fraktion Die.Linke im Chemnitzer Stadtrat
Die Fraktion Die.Linke unterstützt die Jugendinitiative im Haus am Bernsbachplatz und fordert ein Umdenken in der Stadtentwicklung

Als hoffnungsfrohes Zeichen betrachtet die Fraktion Die.Linke die von Verantwortung und Toleranz getragene Kompromisslösung zwischen der GGG und der Jugendinitiative „Eberhard Weber“ über die neue Nutzung des ehemaligen „Kinderkaufhauses“ am Bernsbachplatz.
Seit längerer Zeit bemüht sich die GGG, das Reitbahnviertel also Standort für junges Wohnen in Chemnitz zu entwickeln. Parallel dazu arbeiten Planungsbüros an Konzepten, wie eine Belebung des Stadtviertels erreicht werden kann und dann setzt eine Jugendinitiative auf unkonventionellem Wege das in die Praxis um, was die Stadtplaner in ihrer Theorie formulieren. So schreibt das Deutsche Architektenblatt in der Ausgabe 9/05:

Einem Wandel der Stadtentwicklung müsste dringend auch ein Wandel im Denken der Planer und der Akteure werden, aber damit tue sich ein großer Teil unserer Administration schwer, so (der Professor für Städtebau) Thomas Sieverts. Dabei seien es die Hausbesetzer gewesen, die Ende der Achtzigerjahre einen Wandel in der Stadterneuerung gegen den staatlichen Widerstand durchgesetzt hätten. Solche „schrägen Vögel“ (Kil) seien aber notwendig, um den städtebaulichen Brachen wieder neues Leben einzuhauchen. Der „Luxus der Leere“, die freie und kostenlose Verfügbarkeit des Raums sei, so Wolfgang Kil, eine Chance für neues gesellschaftliches, selbst versorgendes und organisiertes Leben.

Unsere Aufgabe als verantwortungsvolle Kommunalpolitiker muss es sein, die Eigeninitiative von jungen Menschen in Chemnitz zu fördern und damit zu zeigen, dass es sich lohnt sich zu engagieren und in der Stadt zu bleiben. Dazu gehört es auch Freiräume für jugendgerechtes Leben zu ermöglichen und nach Kräften zu fördern. Deshalb ist es unbedingt notwendig die Zukunft des Projektes am Bernsbachplatz sicherzustellen, sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch in politischer.
Der von der CDU-Fraktion postulierte Ruf nach der polizeilichen Ordnungsmacht trägt nichts zur Lösung der Probleme in unserer Stadt bei. Er ist nicht nur kontraproduktiv, sondern sorgt darüber hinaus für ein politisches Klima, welches neue Lösungsansätze schon im Keim erstickt und und die Zukunftsfähigkeit der Stadt gefährdet. Neue Lösungen auch gerade in der Stadtentwicklung sind dringend notwendig. Deshalb müssen althergebrachte Vorstellungen und Konzepte auf den Prüfstand gestellt und neue Möglichkeiten und Ansätze in das Handlungsrepertoire aufgenommen werden. Außergewöhnliche Zeiten erfordern mitunter außergewöhnliche Maßnahmen. Das erfordert Mut und Courage. Sich neuen Herausforderungen zu stellen, bedeutet auch Neues zu denken.
Unsere Fraktion ist dazu bereit.

Patrick Pritscha
Mitglied im Fraktionsvorstand und Sprecher für Stadtentwicklung




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