Überfall auf alternatives Projekt Reitbahnstraße 84 in Chemnitz

Am Samstag, den 14. August 2010, gegen 23:20 Uhr wurde eine Party in der Reitbahnstraße 84 von mindestens 30 vermummten Personen überfallen. Die Angreifer gingen mit Knüppeln und Steinen gegen die Feiernden vor. Dabei wurden mehrere Personen verletzt, eine musste stationär behandelt werden. Es gingen mehrere Fensterscheiben und Mobiliar zu Bruch. Die Angreifer konnten von den BesucherInnen des Festes jedoch am Eindringen in das Gebäude gehindert und schnell vertrieben werden.

Auf der Party feierten ca. 150 Gäste, darunter BesucherInnen des Stadtteilfestes im Reitbahnviertel und Fussballfans des FC St. Pauli gemeinsam mit Fans des Chemnitzer FC nach dem Pokalspiel. Die VeranstalterInnen des Festes vermuten, dass ein direkter Zusammenhang zu dem Fussballspiel zwischen CFC und FC St. Pauli besteht, welches am gleichen Tag in Chemnitz stattfand. Fans des FC St. Pauli waren bereits vor, während und nach dem Spiel Provokationen und Angriffen von neo-nazistischen Hooligans und Fußballfans ausgesetzt. Auch der Mannschaftsbus des FC St. Pauli wurde angegriffen. Schon um 19 Uhr waren rund um die Partyveranstaltung kleinere Nazigruppen unterwegs, welche sich auf dem Netto-Parkplatz an der Bernsdorfer Straße sammelten. Sie wurden dort von der Polizei kontrolliert und erhielten Platzverweise.

Vermutlich die gleiche Gruppe griff dann gegen 23:20 Uhr die Feiernden an der Reitbahnstraße 84 an. Charles aus Hamburg, der gemeinsam mit CFC-Fans feierte: „Wir saßen draußen auf dem Gehweg und unterhielten uns, als plötzlich aus Richtung Ritterstraße ein Mob von Vermummten mit Knüppeln heranstürmte. Die haben sich dann Steine aus dem Gleisbett genommen und auf uns geschmissen. Dann habe ich gesehen wie eine Person von drei Angreifern geschlagen und über die Kreuzung gezerrt wurde. Einige Anwohner haben dazu sogar Beifall vom Balkon geklatscht.“
Ein Vorstandsmitglied des Vereins Wiederbelebung kulturellen Brachlandes e.V. erklärte, dass dies nicht der erste Angriff auf das alternative Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 war. In den letzten drei Jahren gab es mehr als 10 Sachbeschädigungen und Provokationen, darunter einen Brandanschlag vor zwei Jahren. Das Projekt, dass Ende August auf Bestreben der GGG und unter Duldung der Stadt Chemnitz die Segel streichen muss, hatte für den Samstag zu einer Soli-Party für alternative Wohn- und Kulturprojekte in Chemnitz eingeladen.

Vorstand des WkB e.V.


19 Antworten auf “Überfall auf alternatives Projekt Reitbahnstraße 84 in Chemnitz”


  1. 1 Anonymous 15. August 2010 um 20:05 Uhr

    :(

  2. 2 Nadja 15. August 2010 um 20:06 Uhr

    :( Ich find es einfach eine total sinnlose Aktion,warum macht man sowas? Warum kann man nicht einfach mal ein wenig in frieden feiern???

  3. 3 ??? 17. August 2010 um 6:16 Uhr

    gaaanz toll die schwammige Berichterstattung in den lokalen Medien, die schön unspezifisch von einer Massenschlägerei sprechen, um mal wieder die Grenzen von Tätern & Opfern zu verwischen

    gaaanz toll auch die Ermittlungsarbeit der Polizei, die WEDER von einem Rechten, NOCH von einem fussballerischen Hintergrund ausgehen…OBWOHL die Fakten im Grunde für BEIDES sprechen…nur damit das Image der Stadt C. & ihres Fussballs bloß schön sauber bleibt

    noch beschissener finde ich allerdings die Spaltungstendenzen, die sich unmittelbar nach dem Angriff unter den Gästen der ReBa breit machten: da werden auf der einen Seite wilde Verdächtigungen gegen einzelne Gäste geäußert, sie seinen als Nazi-Spitzel tätig gewesen, auf der anderen Seite beschuldigt einer den anderen, zuwenig getan zu haben (zB die Nazis zu verfolgen und Heim zu zahlen)

    das Ganze ist einfach TRAURIG & EKELHAFT! Ich könnte platzen!!!

  4. 4 Julia 17. August 2010 um 13:54 Uhr

    Oh, nach dem letzten Kommentar entschliesse ich mich doch mal dazu, etwas zu schreiben: Ich war mit einem Freund am Sa. nach dem Pauli-Spiel das erste Mal bei Euch und haben uns über das Astra-Bier gefreut. Nach der Überfallpressemeldung habe ich dann auch schon paranoider Weise gedacht: Hoffentlich denkt Ihr nicht, wir haben ausgekundschaftet. Haben wir nicht! Finden Euer Projekt toll und wollen auch wiederkommen, wenn dann nach/falls Umzug klar ist, wohin! Solidarischen Gruß, Julia.

  5. 5 ??? 17. August 2010 um 22:47 Uhr

    ICH persönlich halte es für sinnlos, solche Vorwürfe aus der Luft zu greifen & glaube auch nicht, dass jemand so etwas getan hat…

    die Angreifer haben das schon gut genug selbst geplant, konnten ja auch die ganze Zeit aus der Deckung beobachten

  6. 6 Hallo Nestbeschmutzer! 18. August 2010 um 17:01 Uhr

    Wenn (mindestens) ganz (Fussball-)Deutschland auf Chemnitz schaut, will niemand auch nur einen Ton von prügelnden Nazis und/oder Fussballfans hören!! Also verschwindets endlich an die Theke, die euch die Stadt zumindest bis Ende des Monats zur Verfügung gestellt hat!!

  7. 7 BGS 19. August 2010 um 18:27 Uhr

    Kleine Auseinandersetzung mit den Presseberichten der Freien Presse: http://bgs.blogsport.de/

  8. 8 Moin 20. August 2010 um 13:39 Uhr

    Also ich war dabei… Leute drückt mal nicht so eine Mitleids Tour! Als 30 solche blödmänner kamen seit ihr abgehauen! Habt euch verkrochen und habt weggeschaut, statt sich den Nazis in den Weg zu stellen! Also dann paar leute aus Rochlitz und Zwickau los sind habt ihr euch noch aufgeregt? Was seit ihr? Ihr könnt nicht mal geschlossen den Nazi den Kampf ansagen. Ihr diskutiert euch den Mund fusselig auf irgendwelchen Plenums und was kommt bei rum? Chemnitz ist voller Nazis… Dann lob mir einer die Provinz Rochlitz/Geringswalde oder Leipzig! Dort hat man geschafft genau solche Probleme zu lösen… in dem man gemeinsam am strang gezogen hat! Nazis zu bekämpfen gilt manchmal auch den einfach mal in die Fresse um klar zu machen, hier nicht… aber das scheint nicht der fall in Chemnitz zu sein. Denn dort dürfen Nazis sein! Da gibt es kein entgegentrten. Leute bewegt euren arsch hoch bevor sie euren Arsch haben…
    Fangt an euch zu vernetzen statt ständig eure Großstadt Arroganz raus hängen zu lassen. Fangt an die Nazis zu bekämpfen und holt euch fitte leute ins boot! Ich kenne niemand außer die RGB Leute die so an einem Strang ziehen und dadurch auch viele Probleme meistern! Wenn jeder so arbeiten würde. Gebe es solche Probleme nicht…

    MfG

    aus der Landeshauptstadt!

  9. 9 silvio gesell jugend kappellenberg 20. August 2010 um 14:20 Uhr

    @moin: halt die fresse

  10. 10 ??? 21. August 2010 um 10:37 Uhr

    @ moin: auf solche „Helden“ hab ich gewartet…kannst du dir vielleicht vorstellen, dass einige Besucher aufgrund der überraschenden Situation Angst hatten oder auch einfach nur verwirrt waren?

    Als es losging, war ich gerade drinnen, reichte dann schnell greifbare Knüppel heraus und lief nach draußen, wo ich dann erstmal total konfus war, da ich gar nicht zuordnen konnte, wer hier wo hingehört. Ich denke, vielen Personen ging es da ähnlich.

    Jedenfalls hat das Ganze insgesamt nicht mal 1 Minute gedauert, da sich doch einige Leute gewehrt haben, ansonsten wären die Faschos nicht so schnell verschwunden gewesen.

    Im Übrigen macht es wenig Sinn, mit Knüppeln bewaffnet in der Gruppe AN DEN BULLEN VORBEI zu rennen, um „Nazis zu klatschen“

  11. 11 im übrigen 21. August 2010 um 16:45 Uhr

    @??? übrigens macht es keinen sinn im netz (hier und auf faschoseiten) so detailreich und inhaltsleer den abend zu rekapitulieren. das hilft niemanden

  12. 12 Antifa M 21. August 2010 um 19:46 Uhr

    @Moin;
    Ich würde dir in gewisser Weise durchaus recht geben. Nazis entgegenzutreten ist auf der Straße meist situationsbedingt mit Handfestigkeiten verbunden. Diesen Fakt sollte man sich einfach eingestehen und sich so organisieren, dass damit vernünftig umgegangen werden kann. Dass das in Chemnitz absolut nicht gegeben ist, stimmt natürlich. Da müsste man mal ernsthaft dran arbeiten.
    Dennoch finde ich es halbwegs unreflektiert, den Leuten, die bei dem Angriff erstmal das Weite gesucht haben zu unterstellen, dass sie deswegen schlechte Menschen sind. Sie waren eben unvorbereitet, unerfahren und weniger fatalistisch drauf als die, die dem Mob hinterhergehetzt sind und sich nachher drüber beschwert haben, dass niemand mitgezogen ist.
    Ich denke, die, die gerannt sind, haben schon selbst genug damit zu tun, den Widerspruch zwischen der eigenen Einstellung und dem tatsächlichen bzw. tatsächlich möglichen Handeln aufzuarbeiten. Da noch reinzuhauen bringt nichts. Schließlich ging es ja in der Situation genau auch darum, die zu schützen, die nicht zuhaun können oder sich nicht trauen. Du köchelst da irgendwie eine fatalistische Heldensuppe mit fadem Geschmack. Jeder müsse sich der Gewalt aussetzen usf… – ziemlicher Doofkram.
    Im Übrigen finde ich es durchaus gerechtfertigt gegenüber provinziellen Stümpern (die es nicht nur in der Provinz gibt) ein wenig kosmopolitische Arroganz raushängen zu lassen.

  13. 13 macht doch hier zu 22. August 2010 um 12:58 Uhr

    das gequatsche hier nützt niemandem. wenns zeugen gibt, nehmt kontakt zur reba auf (per mail, persönlich), aber postet keinen scheiss im netz.

  14. 14 Provinzler 23. August 2010 um 12:06 Uhr

    Natürlich haben die Leute Angst, wenn da solche typen angerannt kommen und vor nichts halt machen. Es ging bestimmt keinen dabei gut! Doch es geht darum das soweis nicht hingenommen werden kann… und als leute hinterher sind, sind sie weder an irgendwelchen polizisten noch sonstwo vorbei gerannt… es wurde sich trotzdem aufgeregt… es ist ja auch wirklich wurst… aufregen tuen sich ständig und immer irgendwer… anscheind ist das hier nicht zu vermeiden! Ich hoffe das diese aktion einige in c mal wach rüttelt!

  15. 15 Provinzler 23. August 2010 um 12:07 Uhr

    In Chemnitz müssen wahrscheinlich erst tote vor der Reba liegen bevor sich die leute aus ihren endlos Plenums herausbequemen!

  16. 16 Probezeit 23. August 2010 um 12:30 Uhr

    Ich hoffe nicht das es soweit kommt, nur um das sich die Leute bewegen! Es ist an der Zeit sich jetzt zu bewegen! Ich gebe recht, da helfen auch keine „endlos Plenums“ mehr, sondern angreifen und entgegentreten!

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