Archiv für August 2010

Angreifer stammen aus dem Umfeld der Fanszene des CFC

Ein Zeuge berichtet von „CFC“-Rufen während des Angriffes auf eine Feier von Chemnitzer und Hamburger St.-Pauli-Fans. Der Trägerverein der Reitbahnstraße 84 sieht die CFC-Spitze in der Pficht zu den Angriffen Stellung zu nehmen.

Im Anschluss an das Pokalspiel des CFC gegen St. Pauli Hamburg kam es zu einem Überfall auf das alternative Wohn- und Kulturzentrum in der Reitbahnstraße 84 durch mehr als 30 bewaffnete Personen.
Ein Zeuge, dessen Aussage dem Trägerverein des Projektes, dem Wiederbelebung kulturellen Brachlandes e.V., vorliegt, spricht von „CFC-Rufen“, unter denen ein Teil der Angreifer gegen die Feiernden vorgegangen sei. Einige Angreifer hätten die in der rechten Szene beliebte Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ getragen.

Der Trägerverein sieht sich dadurch in seiner Perspektive bestätigt: „Die CFC-Fan-Rufe und das Tragen eindeutiger Nazi-Bekleidung sprechen für eine Verbindung beider Szenen“ so ein Sprecher des Vereins.
Der FC St. Pauli und dessen Fans engagieren sich bundesweit bekanntermaßen klar antifaschistisch und antirassistisch. Es sei kein Zufall, dass in Chemnitz der Mannschaftsbus und auch die AnhängerInnen des FC St. Pauli, so auch am Einkaufszentrum Sachsenallee, Angriffen ausgesetzt waren. „Mit dem Überfall aus rechtsradikalen Teilen der CFC-Fans sollten offenbar die Fans des FC St. Pauli getroffen werden, die an diesem Abend friedlich mit Chemnitzer Fans in der Reitbahnstraße feierten“, so der Sprecher weiter.

Bereits in der Vergangenheit waren besorgniserregende Entwicklungen in der Chemnitzer Fanszene zu beobachten. Sowohl rechtsorientierte als auch eindeutig neonazistische Gruppierungen agieren seit Jahren im Umfeld des Vereins des CFC. So konnten wiederholt rechte Banner ins Stadion gelangen und dort gezeigt werden. Am Zaun zum Gästefanblock tummeln sich vor allem bei Spielen gegen als „links“ geltende Vereine oder solche mit Migrationshintergrund, wie zum Beispiel Türkiyemspor Berlin, größere Gruppen mit rechtsradikalen Symbolen, Bekleidung und Sprechchören.

Die Fanbeauftragte Peggy Schellenberger sah den Chemnitzer FC nach dem Pokalspiel als „sehr guten Gastgeber“. Das will der Trägerverein der Reitbahnstraße 84 gar nicht in Abrede stellen. Beschädigungen des Mannschaftsbusses und Überfälle im Umfeld des Spiels passen jedoch nicht zum Bild eines „friedlichen Fussballfestes“ und eines „sehr guten Gastgebers“. Es sollte auch im Interesse des CFC sein, dass die Vorfälle aufgeklärt werden.
Der Verein WkB e.V. erwartet vom Chemnitzer Fussballclub eine eindeutige Positionierung zu rechtsradikalen Teilen der Anhängerschaft. Dazu gehört zu allererst das Eingeständnis von Problemen und Vorfällen, die angesichts eines imagewirksamen Sieges des Underdogs gegen den Bundesligisten nicht unter den Tisch fallen dürfen.

Vorstand des Wiederbelebung kulturellen Brachlandes e.V.

Überfall auf alternatives Projekt Reitbahnstraße 84 in Chemnitz

Am Samstag, den 14. August 2010, gegen 23:20 Uhr wurde eine Party in der Reitbahnstraße 84 von mindestens 30 vermummten Personen überfallen. Die Angreifer gingen mit Knüppeln und Steinen gegen die Feiernden vor. Dabei wurden mehrere Personen verletzt, eine musste stationär behandelt werden. Es gingen mehrere Fensterscheiben und Mobiliar zu Bruch. Die Angreifer konnten von den BesucherInnen des Festes jedoch am Eindringen in das Gebäude gehindert und schnell vertrieben werden.

Auf der Party feierten ca. 150 Gäste, darunter BesucherInnen des Stadtteilfestes im Reitbahnviertel und Fussballfans des FC St. Pauli gemeinsam mit Fans des Chemnitzer FC nach dem Pokalspiel. Die VeranstalterInnen des Festes vermuten, dass ein direkter Zusammenhang zu dem Fussballspiel zwischen CFC und FC St. Pauli besteht, welches am gleichen Tag in Chemnitz stattfand. Fans des FC St. Pauli waren bereits vor, während und nach dem Spiel Provokationen und Angriffen von neo-nazistischen Hooligans und Fußballfans ausgesetzt. Auch der Mannschaftsbus des FC St. Pauli wurde angegriffen. Schon um 19 Uhr waren rund um die Partyveranstaltung kleinere Nazigruppen unterwegs, welche sich auf dem Netto-Parkplatz an der Bernsdorfer Straße sammelten. Sie wurden dort von der Polizei kontrolliert und erhielten Platzverweise.

Vermutlich die gleiche Gruppe griff dann gegen 23:20 Uhr die Feiernden an der Reitbahnstraße 84 an. Charles aus Hamburg, der gemeinsam mit CFC-Fans feierte: „Wir saßen draußen auf dem Gehweg und unterhielten uns, als plötzlich aus Richtung Ritterstraße ein Mob von Vermummten mit Knüppeln heranstürmte. Die haben sich dann Steine aus dem Gleisbett genommen und auf uns geschmissen. Dann habe ich gesehen wie eine Person von drei Angreifern geschlagen und über die Kreuzung gezerrt wurde. Einige Anwohner haben dazu sogar Beifall vom Balkon geklatscht.“
Ein Vorstandsmitglied des Vereins Wiederbelebung kulturellen Brachlandes e.V. erklärte, dass dies nicht der erste Angriff auf das alternative Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 war. In den letzten drei Jahren gab es mehr als 10 Sachbeschädigungen und Provokationen, darunter einen Brandanschlag vor zwei Jahren. Das Projekt, dass Ende August auf Bestreben der GGG und unter Duldung der Stadt Chemnitz die Segel streichen muss, hatte für den Samstag zu einer Soli-Party für alternative Wohn- und Kulturprojekte in Chemnitz eingeladen.

Vorstand des WkB e.V.

Galopp im August

Für alle, die mit der unerträglichen Leichtigkeit des Seins im Sommerloch nichts Sinnvolles anzufangen wissen, hier ein zuckersüßes Kreativbonbon: In der Zeit vom 09. bis 27.08. finden im „Reitbahnviertel“ unter dem Titel „Galopp im August“ mehrere nette Workshops zu verschiedenen Themen statt: Animationsfilm, Beatboxing, S/W-Fotografie uvm.
Infos: galopp.blogsport.de




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