Samstag | 23.05.09 | ab 14:00 Uhr | Park der O. d. F. | Stay Rebel Festival

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Und schon sind wir bei drei
Zum dritten Mal findet nun am 23.5 im Park der Opfer des Faschismus ab 14:00 das Stay Rebel Festival statt. Das Konzept ist das alte – Unterhaltung und politische Bildung – und wir denken, die 800 BesucherInnen auf den jeweils vergangenen Festivals haben gezeigt, dass dieses Konzept gut aufgeht. Trotz der jährlichen Unwegsamkeiten und dem kaum noch zu bewältigenden Aufwand, den so ein Projekt mit sich bringt, sind wir guter Hoffnung, es dieses Jahr wie geplant durchzuführen.

Das wird doch irgendwann mal langweilig
Jedes Jahr die gleiche Sache zu machen, verleitet doch zu einem gewissen Trott. Deshalb haben wir schon letztes Jahr nach etwas Neuen gesucht, was unser Festival bereichern könnte. Die Idee der Kleinkunstbühne war geboren. Doch dieses Jahr sollte noch eine Erneuerung hinzukommen. Und es kam die Idee der Stay Rebel Tour. Das gleiches Konzept, nur kleiner, zieht in das Umland und erwies sich damit als genauso erfolgreich. Wir konnten bisher schon mit Zufriedenheit über 500 BesucherInnen begrüßen und haben eine gute Prognose für das diesjährige Festival.

Weil es immer noch die alte Scheiße ist!
An der Begründung für das Festival hat sich bisher nicht viel geändert. Gerade im Umland von Chemnitz nehmen die Übergriffe von Nazis auf Andersdenkende/-aussehende zu. Laufende Studien berichten immer wieder darüber, dass Ungleichwertigkeitsideologien, wie Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus, sich noch weiter fest etablieren, als sie es schon sind. Nazis rufen nach einem „Nationalen Sozialismus“ und zeigen, dass nicht jeder aus der barbarischen Geschichte Deutschlands lernt.
Dem entgegen zu wirken heißt für uns Basisarbeit, d.h. Wissen zu vermitteln. So schaffen wir die Grundlage, um selbstbestimmt zu einem kritischen Umgang mit seiner Umwelt zu kommen. Denn unter einer kritischen Betrachtung entzaubern sich Begriffe wie Rasse, Nation oder Geschlecht schnell als Zwangsverhältnisse, welche nur ein Produkt unserer Gesellschaft sind und keine unüberwindbaren Naturgesetze darstellen.

Alles ist soooo Chemnitz!
Chemnitz kann nur als kulturelles Brachland bezeichnet werden für eine emanzipierende Jugendkultur. Trotz der verschiedenen Bestrebungen, ein Jugendviertel oder eine offene diskriminierungsfreie Szene zu etablieren, ist die Lage nach wie vor einfach nur beschissen. Nicht ohne Grund ist der Spruch „Wenn ich alleine sein will, laufe ich abends durch Chemnitz“ so verbreitet und auch so treffend. Linderungsmöglichkeiten für das Syndrom Chemnitz werden – wenn es überhaupt möglich ist – noch eine wesentliche Zeit beanspruchen.
Eine kurze Unterbrechung der öden Lage wird zumindest die Lautstärke der Musik bieten und wir hoffen, das Festival an sich wird ein kleiner Lichtblick im Dunkel von Chemnitz sein.

Im Park der OdF
Die Bands werden auf unserer Hauptbühne und unserer Kleinkunstbühne spielen. Dort könnt ihr auch zwischendurch Redebeiträge hören, welche euch über die Workshops in den Zelten informieren. Ihr könnt auch in unserer DJ-Ecke mit der Fraktion42 richtig abtanzen. Unsere breit gefächerten Workshops können selbstverständlich ohne Voranmeldung besucht werden. Wir haben auch verschiedene Gruppen und Organisationen aus Chemnitz und Umgebung eingeladen, die sich auf dem Festivalgelände vorstellen werden und euch gerne Fragen beantworten.
Wer zu viel von dem ganzen Festival hat, kann sich später in die Chillout-Zone zurückziehen oder den Streetart-KünstlerInnen bei ihrer Entfaltung der Kreativität über die Schultern schauen.

Gibt es auch was für die Kleinen?
Für alle Mamis & Papis: Ja, es gibt ein Kinderprogramm. Dort werden die Kinder den ganzen Nachmittag unterhalten mit Jonglage, einer Kinder-Vokü und einer Siebdruckwerkstatt . Dies wird natürlich außerhalb des Schalltrichters der Bühne stattfinden.

Gibt’s auch etwas zu essen?
Hierfür ist auch gesorgt. Unsere Volxküche stellt leckere Speisen bereit und nimmt dafür gerne eine kleine Soli-Spende entgegen. Eine Bar stellt nichtalkoholische und alkoholische Getränke zu moderaten Preisen zur Verfügung, daneben gibt es noch eine Cocktailbar.

Ach ja: das Ganze ist natürlich kostenlos ;)

Hauptbühne:
No Exit | Punkrock
Through Devastation | Metalcore
Supershirt | Electro
Hämatom | Punkrock
Feine Sahne Fischfilet| Ska-Punk
Früchte des Zorns | Akkustik

Kleinkunst:
Nils und Freunde | Folk/Akkustik/Pop
Poetenpub | „DER TERROR VON DEM ICH SCHREIBE“
Brassolina | old school balkan brass
Fidl Kunterbunt | One- (Hu-)man- Akkustik- Punka

DJ-Ecke:
10 YEARS NANO42 OPENAIR
mit der Fraktion42: NANO42 / REPULSE / MARYJANE42 / CHRIS THE R /B.C.C.42 / KAIM42 / MC SHAOLIN42 /BACK20

Workshops:

Antifa – Sinn und Unsinn | Bildungskollektiv Chemnitz
Antifa war und ist gerade in Ostdeutschland das dominierende „Arbeitsfeld“ einer sich linksradikal verortenden Szene. Das verwunderte zunächst nicht: Antifa entstand vor allem als Gegengewicht gegen die rassistische Pogromwelle Anfang der 90er Jahre und die sich etablierenden Nazistrukturen. Im subkulturellen Umfeld wurde mit der „Popantifa“ versucht, möglichst viele Jugendliche gegen Nazis aber auch für den „Kampf ums Ganze“ zu mobilisieren. Das Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung, zu Staat und Demokratie war dabei immer ambivalent. Doch seit dem von Gerhard Schröder ausgerufenen „Aufstand der Anständigen“ gerät die Antifa von einer Selbstvergewisserungsdebatte in die nächste.
In einem kurzen Vortrag und anschließender Diskussion sollen die dabei vertretenen Standpunkte dargestellt und die Frage über Sinn und Unsinn einer Antifa „wie wir sie kennen“ aufgeworfen werden.

Frauen sind die neuen Männer? die Prinzen
Sind Männer auch die neuen Frauen? Und was ist das neue an wem? Es sollen in dem Workshop das Thema rund um Geschlechterkonstruktionen, gesellschaftliche Macht und Versuche, dies zu dekonstruieren vorgestellt werden. Gleichzeitig ist eine Diskussion zum Umgang mit Geschlechtsbildern und deren Reflexion in scheinbar emanzipatorischen politischen Szenen geplant.

Antikapitalismus von rechts? | Bildungskollektiv BiKo Thüringen
Der Vortrag stellt den aktuellen Antikapitalismus von NPD und „freien Kameradschaften“ in eine Kontinuität mit der völkischen Kapitalismuskritik in den 1920er – Jahren, arbeitet am Beispiel einer aktuellen Kampagne die inhaltlichen Eckpunkte heraus und zeigt an aktuellen Beispielen, wie völkische Kapitalismuskritik sich heute äußert. Am Ende stehen Vorschläge zum Umgang mit dem Problem, daß sich die extreme Rechte mit der sozialen Frage einem traditionell eher links besetzten Feld zuwendet.
Inhalte:
- Historische und aktuelle Akteure völkischer Kapitalismuskritik
- Eckpunkte völkischer Kapitalismuskritik
- Beispiele völkischer Kapitalismuskritik

„Bitte sagen sie jetzt nichts“ | Rote Hilfe Chemnitz
Die Rote Hilfe stellt die Aussageverweigerungskampange vor.

Was ist falsch am Extremismusbegriff? | INEX
„Die Initiative gegen jeden Extremismusbegriff ruft das Ende des Extremismus aus.“ Antrieb ist ihnen dabei „nicht die Angst, in die Schmuddelecke »linksextrem« gestellt zu werden“, sondern das Ziel, den „Extremismusbegriff in der wissenschaftlichen und in der politischen Praxis ganz über Bord zu werfen.“
Die Extremismusformel hat sich, trotz kritischer politikwissenschaftlicher Betrachtung und empirischer Widerlegung, politisch durchgesetzt – nicht nur beim Verfassungschutz, wo sie als Erklärungsmodell dient oder bei der CDU, die aus dieser Theorie Handlungsanleitungen zieht. Ob in der Presse, in Förderprogrammen der Bundesregierung gegen Nazis, in der Zivilgesellschaft oder in auch in der wissenschaftlichen Forschung findet der Extremismusbegriff wie selbstverständlich Verwendung. Und auch antifaschistische Gruppen reproduzieren mit ihrer Begriffswahl unkritisch die dahinterstehende Theorie.
In der Veranstaltung soll die „Extremismusformel“ zunächst kritisch vorgestellt, deren Auswirkungen auf die Antifaszene aufgezeigt, sowie die Position von Inex dargelegt werden. Thematisiert werden soll auch die Verwendung des Begriffs „Rechtsextremismus“ in antifaschistischen Publikationen, um über Beweggründe und mögliche Alternativen zu diskutieren. In der Diskussion sollen Möglichkeiten der Intervention gegen den Extremismusbegriffs ebenso Gegenstand sein, wie aktuelle Beispiele aus der Praxis und der Situation vor Ort.

Ist Europa eine Festung? – Rassismus in Europa
Wie funktioniert die Abschottung an den EU-Außengrenzen sowie an Grenzen innerhalb der EU? Wie ist die Situation der Menschen, welche sich trotzdem auf den Weg machen (müssen), eine solche zu überwinden?
Der Workshop befasst sich mit gesetzlich legitimiertem und gesellschaftlich unhinterfragtem Rassismus im Rahmen der offiziellen EU-Außenpolitik und will damit auf im politischen System angelegte, diskriminierende Strukturen neben dem ganz gewöhnlichen Alltagsrassismus aufmerksam machen.

Natur und Geschlecht als Grenzbegriffe | Micha Böhme
Ein kurzer Exkurs in das Begriffsfeld zwischen Natur, Geschlecht und Gesellschaft. Es soll darin aufgezeigt werden, dass es „Die Natur“ oder „Das Geschlecht“ so an sich nicht gibt, sondern dies gesellschaftlich vermittelt wird.

Globalisierungskritischer Stadtrundgang durch Chemnitz

Wie komme ich zum Festival?
falls ihr mit dem Auto kommt:
- Abfahrt Chemnitz Süd => Neefestraße
- gradeaus bis Zwickauerstraße
- rechts auf Theaterstaße
- rechts auf Zschopauerstraße => links Park der Opfer des Faschismus

falls ihr mit dem Zug kommt:
- Chemnitz Hbf => Haupteingang raus
- immer auf der Bahnhofsstraße geradeaus
- nach 5 bis 10 Minuten seht ihr eine kleine Kirche und einen Park => dort ist das Festival





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