Wrackt’s ab, Rockers! Krise und Kritik des Kapitalismus

Vortragsreihe

Mit der „Kernschmelze der Finanzwirtschaft“ vom Oktober 2008 sieht kaum noch ein Beobachter weniger als die tiefste Wirtschaftskrise seit der großen Depression Anfang der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts für gekommen.
Linke wie der Rätekommunist Paul Mattick hielten die damalige Weltwirtschaftskrise für „die Todeskrise des Kapitalismus.“ Tatsächlich aber brach der Kapitalismus nicht in sich zusammen, wurde der Kapitalismus nicht durch eine Revolution hinweggefegt, sondern unter der faschistischen Barbarei im Namen seiner Überwindung neu organisiert. „Die Revolution war nicht da, es kam Auschwitz.“ (Gerhard Stapelfeldt)
Für die kritische Analyse der Gesellschaft ist Auschwitz nicht nur als der Zivilisationsbruch zu denken, sondern auch als Bruch zu jeglicher bis dahin formulierten Kritik des Kapitalismus und zu jeglicher Utopie seiner Überwindung.
Die Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts und die faschistische Barbarei legitimierten auch den Versuch, ein sozialistisches System zu errichten und dies im Namen des Klassikers Marx. Allerdings ohne die Lektüre seines Hauptwerks „Das Kapital“. Das Zusammenfallen des „Kasernenhofsozialismus“ nach 1989 ließ scheinbar den Kapitalismus am „Ende der Geschichte“ als Sieger zurück.

Kritiker wie Wolfgang Pohrt und Robert Kurz formulierten bereits in den 80er Jahren eine andere Kritik am Kapitalismus als die Arbeiterbewegung. Kurz sah gar den Zusammenbruch des Ostblocks nur als Vorspiel des Zusammenbruchs auch des wettbewerbskapitalistischen Systems an.
Ist dieser jetzt gekommen? Und wenn nein, müssten die Kritiker von Herrschaft und Ausbeutung darauf warten?
Die Seminarreihe hat einführenden Charakter und will anknüpfend an Internet-Audio-Vorträge aus dem Spektrum zwischen kritischer Theorie und Wertkritik die Grundzüge der wertkritischen Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus, seiner Krise(n) und seiner deutschen Form vorstellen.
Es soll verdeutlicht werden, wie eine Kritik des Kapitalismus mit Hilfe der Kategorien von Wert, Ware, Geld, Kapital formuliert wird und welche Kontroversen hierbei bestehen.

Sonntag 12.4.2009 19 Uhr | ReBa84
Nach dem Big Bang ist vor dem Big Bang – Die Krisentheorie der Gruppe Exit.

Wie erklärt Robert Kurz mit Hilfe der marxschen Kategorien Wert, Ware, Geld, Kapital die aktuelle Krise? Welche Bedeutung hat hierbei die These vom Abschmelzen der Wertsubstanz? Inwiefern bietet die Kurzsche Beschreibung Ansätze für eine Kritik an den derzeitigen Formen von Krisenideologie, der Fixierung auf Bankerboni z.B. und was lässt sich von Konjunkturpaketen und Verstaatlichungen zur Krisenlösung erhoffen?
(http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=aktuelles&index=1&posnr=348&PHPSESSID=a7a19ea858ce2846ba942ef4fd9e00ce)

Sonntag 19.4.2009 16 Uhr | ReBa84
Leninisten ohne Arbeiterklasse? – Die Kritik der initiative sozialistisches forum an Robert Kurz

Gesellschaft stellt sich unter den aktuellen bürgerlich kapitalistischen Verhältnissen als etwas Negatives dar: als der Ausschluss aller durch alle. Vor diesem Hintergrund kritisiert Jochen Bruhn von der initiative sozialistisches Forum sowohl Robert Kurz als auch Moishe Postone. Kurz produziere Krisentheorie, aber keine Gesellschaftskritik, Postone begehe den Fehler der ökonomistischen Reduktion des Wertbegriffs. Was ist gesellschaftliche Totalität? Wie ist das Auseinanderfallen von Gebrauchs- und Tauschwert im Kapitalismus kritisch zu betrachten? Welche Rolle spielt der Staat? Wie bildet sich die Krise innerhalb der Gesellschaft selbst ab?
(http://audioarchiv.blogsport.de/2009/03/03/zum-begriff-der-gesellschaft/)

Sonntag 10.5.2009 16 Uhr | ReBa84
Alles ist so komplex – Kapitulation der kritischen Theorie?

Mit der grundlegenden Behauptung der Unerkennbarkeit der Welt, so der Hamburger Soziologe Gerhard Stapelfeldt, schalte das neoliberale Denken die klassische linke Kritik am Kapitalismus still. Die Konsequenzen der Krise seien derzeit noch nicht absehbar, um so schwerer wiege die Schwäche emanzipatorischer Kritik. Was ist neoliberale Ideologie? Besteht sie tatsächlich nur aus Rationalisierung und Deregulierung? Welche Bedeutung haben derzeit neoliberale und ordnungspolitische Ansätze beim staatlichen Versuch der Krisenbewältigung?
(http://www.fsk-hh.org/blog/projekt_r/2009/02/10/vortrag_von_gerhard_stapelfeldt)

Sonntag 17.5.2009 16 Uhr | ReBa84
Vom Mangel zum Bewusstsein? – Vertreter der Gruppe krisis zum Ressourcenproblem des Kapitalismus

Nicht nur eine innere Schranke der Kapitalverwertung tue sich derzeit auf, sondern auch eine äußere werde erkennbar: die Begrenztheit und Gefährdung der natürlichen Ressourcen. Auch Kurz’ Exkollegen von der krisis – Gruppe oder Sozialwissenschaftler wie Elmar Altvater sehen das so, erstere machen schon Vorschläge für eine Rationierung von Benzin.
Wenn es derzeit auch schauerlich um den emanzipatorischen Gehalt dieser Kritiken bestellt ist, was ist dran an der Verbindung zwischen „Peak Oil“ und dem Finanzcrash im Oktober 2008?
(http://www.krisis.org/2008/die-welt-ein-dorf-interview-mit-andreas-exner)


4 Antworten auf “Wrackt’s ab, Rockers! Krise und Kritik des Kapitalismus”


  1. 1 YEAH 31. März 2009 um 11:09 Uhr

    und da sage noch jemensch in der reba finden keine inhaltlichen veranstaltungen statt

    großes dankeschön an die organisatoren!!!!

  2. 2 bk 31. März 2009 um 12:59 Uhr

    so richtig den sinn von links verstanden?

  3. 3 ????? 31. März 2009 um 13:06 Uhr

    Links
    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
    Links steht für:

    * eine Richtungsangabe, siehe Links und rechts
    * eine politische Ausrichtung, siehe Politische Linke
    o eine sozialistische Zeitschrift, siehe links
    * ein textbasierter Webbrowser, siehe Links (Browser)
    * einen bestimmten Typus von Golfplatz, siehe Links (Golf)
    * ein Golf-Computerspiel, siehe Links (Computerspiel)
    * einen deutschen Verleger, siehe Christoph Links

  4. 4 phra:ha:d 03. April 2009 um 17:07 Uhr

    Links kann halt im Gegensatz zu Lynx auch Tabellen und Frames darstellen. Links2 unterstützt sogar Javascript und Grafiken.

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