Archiv für Februar 2009

Dissolution: Wie mediale Erinnerungspolitik Geschichte in Bilder auflöst.

Donnerstag 05. März | 19.00 Uhr | Reitbahnstraße 84

Vortrag und Diskussion mit Antonia Schmid, Wuppertal

Entgegen den offiziellen, hoch ritualisierten Gedenkveranstaltungen werden in Deutschland heute vor allem die “eigenen”, will heißen nicht-jüdischen Opfer erinnert. Im kollektiven Gedächtnis ist die Shoah ebenso wie deren vermeintlich alleinige Urheber, “die Nazis”, vom einfachen, normalen Deutschen abgespalten, die so in der Opferrolle imaginiert werden können. (mehr…)

Info für unsere Gäste

Zum Beginn dieses Projektes hatten wir den Anspruch diese Räume relativ frei von Einschränkungen zu halten. Die Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre haben aber immer wieder schwierige Diskussionen erfordert. Es wurde versucht Ansatzpunkte für Veränderungen zu schaffen. Spürbar positive Effekte blieben jedoch aus.

In Folge der Ereignisse an den vergangenen Vokü-Donnerstagen haben die meisten Bewohner_innen leider die bittere Erfahrung machen müssen, dass das Agressionspotential in der ReBa gestiegen ist und dass exzessiver Alkoholkonsum sowohl zerstörerische Folgen für die eigene Person als auch für deren Umwelt hat:

– Menschen werden bepöbelt/ bedroht/ angegriffen, z.B. mit Bierflaschen beworfen.

– Menschen bewerfen andere mit Tischen oder Stühlen. Dabei kommen Personen zu Schaden und unser Inventar wird zerstört.

– Untragbare Geräuschpegel reißen nicht nur uns, sondern auch unsere Nachbar_innen aus dem Schlaf und bescheren uns des Öfteren Polizeibesuche.

– Scheiben gehen regelmäßig zu Bruch. Außerdem sprang am 19.02.09 ein Mensch unkoordiniert durch eine Schaufensterscheibe und verletzte sich dabei. Das ist nicht nur sehr gefährlich sondern auch enorm teuer und hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

– Am Folgetag sind Leute vom Projekt stundenlang damit beschäftigt den ekelhaften Siff zu entfernen und die entstandenen Schäden zu beheben.

– All diese stumpfsinnigen Aktionen ruinieren außerdem die Außenwirkung des Projektes.

Das alles nervt einfach extrem, stimmt uns zunehmend unzufrieden und mindert unsere Lebensqualität. Die Bewohner_innen dieses Projektes sind es leid immer wieder die Konsequenzen für projektgefährdendes wenn nicht gar projektfeindliches Verhalten ausbaden zu müssen. Sie tragen die Verantwortung für diese Räume und alles was darin und drumherum passiert. Deshalb ist es nicht nur nett sondern auch wünschenswert, wenn Menschen, die diese Räume nutzen, sich ebenso verantwortungsvoll verhalten.
Wir denken, dass verantwortungsloses und projektgefährdendes Verhalten in großem Maße mit exzessivem Alkoholkonsum zusammenhängt. Deshalb sehen wir ein zeitweises Alkoholverbot als Chance das Geschehen in der ReBa für die Menschen, die dorthin kommen um sich wohl zufühlen, angenehmer zu gestalten. Weiterhin sehen wir es derzeitig als einzige real umsetzbare Möglichkeit das Projekt vor weiteren Personen- und Sachschäden zu schützen. Davon hängt auch das weitere Bestehen der Reitbahnstraße 84 ab. An dieser Stelle ist es sinnvoll sich zu fragen in wie fern jedem/r persönlich etwas daran liegt.
Mit diesen Hintergründen wird deutlich, dass von unserer Seite keine böse Absicht hinter dem Alkoholverbot steht. Es ist vielmehr der Ausdruck einer gewissen Form von Demotiviertheit und Verzweiflung. Viele von uns haben Bauchschmerzen mit dieser Entscheidung. Grundlegend wünschen wir uns andere Lösungsansätze. Weil die ReBa nach wie vor ein offenes Projekt sein soll, möchten wir unsere Gäste gern in diesen Entstehungsprozess einbinden.

Deshalb laden wir alle interessierten Menschen am Donnerstag, den 12. März 2009 ab 18:00 Uhr in die Reitbahnstraße 84 zu einer offenen Diskussion zu diesem Thema ein.
Bis dahin bitten wir darum das Alkoholverbot an den Vokü-Donnerstagen einzuhalten, das heißt auch keine alkoholischen Getränke mitzubringen.

Natürlich werfen solche Ereignisse auch grundsätzliche Fragen über die Bedeutung von Alkohol für Individuum und Gesellschaft auf. Eine breite Auseinandersetzung mit dieser Problematik ist daher äußerst wünschenswert. Sowohl der 12. März als unser Blog bieten Raum dafür.

Dienstag 17.02 | ab 15:00 | Cafè K. | Repression

Egal, wie demokratisch sich ein Land gibt, Menschen, die der herrschenden Situation kritisch gegenüberstehen, haben es nirgendwo leicht. GegnerInnen und KritikerInnen haben oft mit einer starken staatlichen Reperession (lat. Zurückdrängung) zu rechnen. Diese beginnt mit unangemessenen Vorkontrollen bei Demonstrationen und kann mit einer Personenkomplettüberwachung enden.

Diesmal sollen im Café K . staatlichen Repression multimedial aufgezeigt und über deren Überwindung gesprochen werden. Ab 15:00 wird dazu in der Reitbahnstrasse 84 das Café geöffnet haben.

Dienstag 24.02. | 20:00 | Infovortrag zur Lebens-Situation und den politischen Kämpfen der Indigenas in Nordamerika

Gäste: Jeneda, Klee und Clayson Benally alle Mitglieder der native-american-punkrock band Blackfire

Blackfire ist eine Diné-Punkrock-Band aus dem Norden Arizonas (Diné ist der Eigenname der Navaho). (mehr…)




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