Was ist das experimentelle Karree?

Informationsveranstaltung am 6.1, 18 Uhr in der Reitbahnstrasse 84

Seit Monaten geistert ein Ausdruck im Stadtgeschehen umher, doch niemand weiss bisher, was sich dahinter verbirgt. Zunächst aus dem vermeintlich „besetzten“ Haus an der Reitbahnstrasse 84 entwachsen, um dann im Zusammenhang mit dem Stadtplanungsamt zu einer konkreten Idee zu gerinnen, landete die Sache letztlich im Stadtrat, um dort mit einer Mehrheit beschlossen zu werden, was bedeutet: Es soll stattfinden.
Grob gesagt, handelt es sich um eine neuerliche urbane Intervention in die verschlafene chemnitzer Öffentlichkeit, die Konzentration von bisher vereinzelten und damit wirkungsschwachen Projekten und Assoziationen.
Jeder kennt die Dresdener Neustadt oder Connewitz in Leipzig. Viertel wie diese, wird es in Chemnitz niemals geben, da dies rein von der Bevölkerungsstruktur und der demographischen Entwicklung, nicht mehr möglich ist. Vielmehr geht es darum, einen Konzentrationspunkt mit Lebensqualität zu schaffen, der nicht ausschliesslich materielle Bedürfnisse zu befriedigen vermag. Reine Einzelhandelsverkaufsflächen gibt es anderswo bereits, hier sollen geistige Genüsse abseits von Hochkulturstandarts selbst geschaffen werden. Das Experimentelle Karree präsentiert sich also als Partizipationsfläche mit Abenteuercharakter, die möglichst ohne Selbstverpflichtung betreten werden sollen kann.
Eine erste öffentliche Vorstellung soll am Dienstag, den 6. Januar in der Reitbahnstrasse 84 stattfinden. Dabei soll der offene Charakter des Projektes nach aussen getragen und die bisher entstandenen konkreten Projektideen präsentiert werden. Darüber hinaus tut sich in diesem Karree zwischen Universität und Innenstadt noch viel Raum für jene auf, die neue Selbsterprobungsräume suchen oder von ihrem peripheren Standort (und in C. ist alles peripher) loskommen wollen. In dieser Hinsicht könnte der chemnitzer Effekt des Dezentralen, der bisweilen die Erkenntnis des „nichts los“-Sein auslöst, abgemildert werden. Das derzeitige Stadtgefühl lässt sich zudem mit der Empfindung der Lieblosigkeit beschreiben. Kulturelle Angebote werden instititutionell zwangsbeatmet, die Repräsentanten der Hochkultur wünschen sich zu grossen Teilen weit weg von Chemnitz. Gäbe es nicht den Staat und seinen Kulturauftrag, so würde das, was wir „Stadt“ nennen, auf die rein Versorgungstechnischen Aspekte zusammenbrechen. Eine Kultur der Freiwilligkeit hat sich in Chemnitz, anders als in den genannten Orten, nie entwickelt.
Allmählich wird Urbanität in Form von Kultur zu einem Häufchen Tietz und einem Häufchen Kunstsammlungen eingedampft. Und das mit dem bestechenden Argument der Bedürfnisse der Bevölkerung von Schrumpfchemnitz, die tatsächlich nicht mehr vorhanden zu sein scheinen, bzw. negativ, nämlich im Jargon des „nicht-Wollens“ hervorgebracht werden.

Diese Spirale des Niedergangs zu durchbrechen erscheint uns seit Jahren nur durch die weitestgehende unbürokratischer Öffnung des leerstehenden Infrastrukturbestands für Projekte aller Art möglich. Es scheint widersinnig, den grösstenteils nötigen Abriss zu organisieren, ohne der Rumpfgesellschaft in Chemnitz einen entsprechenden Ausgleich zu liefern. Denn mit dem unkommunizierten Abriss schwindet nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Lebensqualität und die empfundene Wertschätzung als Mensch, die zunehmend in Richtung abgehängt und ausgesondert geht. Aus dieser Stadt muss man weg.

Andererseits, und das gilt es in den lichten Momenten zu erkennen, hat diese Stadt nichts mehr zu verlieren. Dem allmählichen Dahindämmern könnten ein paar bunte Flecken respektive institutionell nicht vordefinierte Orte nicht schaden. Oder stadtpolitisch ausgedrückt: Diese Projekte werden keine Menschen von irgendwoher anziehen, aber ein paar gute Gründe zum weniger starken Abwandern liefern.
Für die Stadt ein Glücksfall zum Nulltarif, für einen Teil der Bevölkerung ein witziges Unterfangen während der dreijährigen Bachelorausbildung.
Kurz und gut, das experimentelle Karree überhebt sich nicht an seinen Forderungen, sondern steht als Spielwiese für die Hier- und Übriggebliebenen bereit. Dieses neben dem Brühl möglicherweise letzte aussichtsreiche Projekt hat Unterstützung, aber dochzumindest Wohlwollen verdient.

herzlichst,
Ihr
Arbeitskreis „Experimentelles Karree“


9 Antworten auf “Was ist das experimentelle Karree?”


  1. 1 Freie Presse 22. Januar 2009 um 10:01 Uhr

    „Kein Szeneviertel wie Leipzig-Connewitz“

    Verein „Experimentelles Karree“ im Reitbahnviertel gegründet -Studentenwohnungen und Stadtteilgarten geplant

    Zentrum. „Experimentelles Karree“ heißt der Verein, der sich jetzt im Reitbahnviertel gegründet hat. Seine Mitglieder sind zum Großteil junge Leute, denen die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Haus Reitbahnstraße 84 vorübergehend zur mietfreien Nutzung überlassen hat. Ziel ist es, auch die anderen leer stehenden Häuser des selben Karrees wieder zu nutzen, beispielsweise zum preiswerten Wohnen, für junge Kunst oder ähnliche Projekte. Mit Vereins-Vorstandsmitglied Egmont Escher (kleines Foto) sprach Alexander Dinger.

    Freie Presse: Warum braucht Chemnitz das „Experimentelle Karree“?
    Egmont Escher: Weil Chemnitz schrumpft, die freie Szene wenig Geld zur Verfügung hat und die Stadt ein neues kreatives Zentrum benötigt. Die Akteure, die hier verblieben sind, sollen im „Experimentellen Karree“ versammelt werden. Daraus ergeben sich im Idealfall Synergieeffekte.

    Freie Presse: Um welches Areal handelt es sich eigentlich?
    Escher: Gemeint ist die Fläche zwischen Bernsbachplatz, Reitbahn-, Clara-Zetkin- und Fritz-Reuter-Straße. Das sind ungefähr 10.000 Quadratmeter Grundfläche.

    Freie Presse: Welche konkreten Ideen gibt es schon für die Nutzung?
    Escher: Jedes Gebäude soll anders genutzt werden, zum Beispiel für Studentenwohnungen, eine Rechtsanwaltskanzlei und eine preisgünstige Herberge. Geplant ist auch ein Stadtteilgarten, in dem sich alle Bewohner des Reitbahnviertels gärtnerisch betätigen können. Eine zweiwöchige Sommerakademie soll den Auftakt für das „Experimentelle Karree“ bilden.

    Freie Presse: Wie kann man sich als Außenstehender einbringen?
    Escher: Zu unseren Arbeitskreistreffen mittwochs 15 Uhr kann jeder in die Reitbahnstraße 32 kommen. Die Kernarbeit leisten derzeit ungefähr sechs Leute. Der lose Kreis von Interessierten ist mittlerweile auf 20 Personen angewachsen.

    Freie Presse: Welche Rolle spielt die Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft (GGG) bei der Umsetzung eurer Pläne?
    Escher: Unser Verhältnis zur Gebäudewirtschaft gestaltet sich derzeit etwas schwierig, wird aber immer besser. Für Ende Januar sind Gespräche mit der GGG geplant. Das Problem ist: Das Wohnungsunternehmen sucht Käufer oder Nutzer und wir brauchen Planungssicherheit, was die Zukunft des Karrees betrifft, können aber nicht sofort kaufen. Deswegen haben wir auch den Verein gegründet. Der soll nicht nur Verhandlungspartner für die GGG sein, sondern sich auch mit Plänen zur Finanzierung beschäftigen.

    Freie Presse: Wie soll das Geld aufgetrieben werden?
    Escher: Wir haben gerade einen Antrag laufen, um Gelder aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) zu bekommen. Sollte das klappen, geht es um 100.000 Euro, gestaffelt über vier Jahre. Das schafft mehr Planungssicherheit, aber auch Verbindlichkeiten.

    Freie Presse: Ihr habt euch auch schon mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig getroffen. Was wurde besprochen?
    Escher: Frau Ludwig befürwortet das „Experimentelle Karree“ und hat im Stadtrat für den Erhalt der Reitbahnstraße 84 gestimmt. Uns ist bewusst, dass dahinter auch politische Interessen stehen. Natürlich hängt alles von der Durchführbarkeit unserer Pläne und der Zusammenarbeit mit der GGG ab.

    Freie Presse: Auch auf dem Brühl gab es schon Anstrengungen, ein „experimentelles Karree“ zu errichten. Das Projekt gilt als gescheitert. Was ist bei euch anders?
    Escher: Bei uns sind die Voraussetzungen andere. Mit der Reitbahnstraße 84 haben wir bereits den Stützpfeiler des Karrees. Der Brühl war für so ein Projekt einfach zu groß. Hier ist das Areal überschaubarer und die Zusammenarbeit mit Nutzern, die schon konkrete Pläne haben, ist bereits im Gange.

    Freie Presse: Beim Brühl gab es doch Vorbehalte der GGG, dass in Chemnitz kein zweites Leipzig-Connewitz entstehen soll.
    Escher: Ein Szeneviertel wie Connewitz kann man nicht künstlich erschaffen. Von daher sind solche Befürchtungen Quatsch. Hier im „Experimentellen Karree“ sind zudem die Voraussetzungen ganz andere. Erstens ist das Areal viel kleiner und zweitens sind die Anwohner ganz andere.

    Freie Presse: Apropos Anwohner. Wie ist das Verhältnis zu den Nachbarn?
    Escher: Am Anfang, also vor eineinhalb Jahren, war die Kommunikation mit den Anwohnern in den Nachbarblocks schwierig. Es gab
    eine Menge Beschwerden, meistens wegen Ruhestörung. Mittlerweile ist die Toleranz im Viertel gestiegen. Projekte wie der Stadtteilgarten sollen die Kommunikation weiter fördern.

  2. 2 Jörg 22. Januar 2009 um 10:48 Uhr

    Das klingt fantastisch, utopisch, … also einen Versuch wert…

    Gibt es Resultate? Interessante Vorschläge? Visionen? Skizzen? Wie verlief das Treffen? Wie sind die Aussichten für dieses Projekt? Gibt es Interessenten, die bisher an anderen Orten in Chemnitz werkeln, sich aber eine Mitgestaltung und schließlich den Umzug vorstellen können? Welche Teilhabe wird die Stadt, das Land, Stiftungen haben?

    Viele Fragen. Leider habe ich im Vorfeld nichts von dieser Veranstaltung gewusst, so dass ich mich freuen würde hier eine kleine Zusammenfassung des Abends zu finden.:o:o8-|8-|:-?/:)

  3. 3 Paula Kuhn 22. Januar 2009 um 20:30 Uhr

    Hallo in die Reitbahnstraße und in das experimentelle Karree!

    Angekommen sind wir 2009 in West- und in Ostdeutschland gemeinsam und auf lange Zeit gültig in einer Zeit, in der der „amerikanische Traum“ uns vor allem mit all seinen leeren vor den vollen Versprechungen beschäftigen wird.

    Und wir wissen:
    Nicht allein der Traum und der Wunsch und der Wille unsere Träume umzusetzen, wird zählen; denn in unseren glücklichen Träumen, wie auch in unseren Albträumen, sind wir nicht allein.

    Aber:
    „Wir“ entscheiden mit über „das Personal“ unserer Träume meint Freud, der nicht nur Psychologe sondern auch ein fundierter Kulturkritiker war. „Unser“ bewusstes Handeln entscheidet mit über die Gestaltung unserer individuellen wie auch der allgemeinen Zukunft und Wirklichkeit.

    Es ist nun an der Zeit, nicht allein zu träumen sondern die kommenden Zeiten, die (immer) offene Zukunft gemeinsam gut anzulegen.

    Gerade Walt Disney, der große Mann des amerikanischen „Zeichen-Trick“, macht in diesen Zeiten Mut, das nicht nur bei einer Tasse Tee ausführlich zu tun sondern alle offenen Fragen schon einmal gur und glücklich zu lösen; die Antworten – im Sinne einer Vita Active von Hannah Arendt – nicht nur zu geben, sondern zu leben.

    Disney, der für die Jungs und Mädels der GGG wahrscheinlich zitierfähig ist, meint nämlich: „If you can dream it, you can do it.“ ;-)

    All Best für die Vorhaben von Euch Mädels und Jungs in der Reitbahnstraße, die das Rennen machen werden!

    Chemnitz wird Euch eines Tages lieben für das, was Ihr tut.
    Denn die ehemalige Karl-Marx-Stadt braucht Euch, Euer Denken und Euer gemeinsames Handeln. Für die neue Qualität des Handelns und der Gestaltung der sozialen Plastik im kommunalen Gemeinswesen gilt auch immer noch Joseph Beuys: „Es kommt auf den Wärmecharakter des Denkens an.“

    Gute Grüße aus der ebenso strukturschwachen,
    kleineren Großstadt im Westen, aus Offenbach am Main !

    Paula

  4. 4 schütten 23. Januar 2009 um 1:35 Uhr

    sonst nich meine art, aber lol at
    „Gerade Walt Disney, der große Mann des amerikanischen „Zeichen-Trick“, macht in diesen Zeiten Mut, das nicht nur bei einer Tasse Tee ausführlich zu tun sondern alle offenen Fragen schon einmal gur und glücklich zu lösen; die Antworten – im Sinne einer Vita Active von Hannah Arendt – nicht nur zu geben, sondern zu leben.“
    „All Best für die Vorhaben von Euch Mädels und Jungs in der Reitbahnstraße, die das Rennen machen werden!
    Chemnitz wird Euch eines Tages lieben für das, was Ihr tut.“
    kann ich dich treffen (will nur bier trinken…)?

  5. 5 Experimentelles Karree 23. Januar 2009 um 10:08 Uhr

    Was ist das denn?

    Wo ist das Chemnitzer Kneipenviertel?

    Wo ist das Chemnitzer Studentenwohngebiet?

    Wo ist das Chemnizter experimentelle Karree?

    Die ersten Fragen müssen wohl unbeantwortet bleiben. Bis auf weiteres. Ja, vielleicht bis das experimentelle Karree ein Erfolg geworden ist. Dieses formiert sich, platziert sich, ja man muss sagen, gebiert sich gerade selbst. Zwischen Bernsbachplatz und Clara-Zetkin-Strasse soll ein urbaner Selbsterprobungsraum für Spezies aller Art entstehen. Was das sein soll?

    Beitrag Hören!

    http://www.radio-unicc.de/typo3/index.php?id=172&tx_ttnews[pS]=1232701522&tx_ttnews[tt_news]=855&tx_ttnews[backPid]=140&cHash=bf9371568d

  6. 6 LE Mon. hist. 23. Januar 2009 um 10:16 Uhr

    Ich habe überhaupt nichts gegen die Sanierung des Reitbahnstraßenviertels durch die GGG, im Gegenteil. Ich wundere mich nur, dass man einerseits diesen Stadtteil als Wohnviertel für Studenten etablieren möchte und von Kulturprojekten spricht, aber andererseits eines der wenigen Kulturprojekte „von unten“ dafür erst mal platt machen wird – zumindest sieht es derzeit augenscheinlich so aus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man keine Senioren in die Nachbarschaft der reba 84 locken wird, aber angeblich sind die ja ausnahmsweise mal nicht die Zielgruppe.

    Was man in Chemnitz offenbar nur schwer begreift, zumindest bei der GGG und auch bei nicht wenigen LokalpolitikerInnen, ist meines Erachtens, dass das angestrebte „junge Wohnen“ anders funktioniert als der hochgelobte neue Senioren-“WOHN-PARK GEIBELHÖHE“ der CAWG im Beimlergebiet (Gablenz ist woanders!). Vielleicht ist das auch nicht verwunderlich, wenn man sonst nur für Senioren baut. Man will, das alles schön ist und ruhig und alle sonntags in die Oper gehen oder ins Naturkundemuseum … . Das wird aber so bei Studenten nicht funktionieren.

    Die Leute aus der Reba84 nennen sich etwas vermessen Raumpioniere. Aber Pioniere waren es auch, die mit ähnlichen Kultur-Projekten zu Beginn der 90er Jahre in der Leipziger Südvorstadt oder in Connewitz und in der Dresdner Äußeren Neustadt aktiv wurden. Es geht dabei nicht um die paar Punks und Hausbesetzer im Umfeld, sondern um Projekte wie NaTo, Werk II, Scheune und andere mehr. Die waren es, die den Ruf als Szeneviertel begründeten. Ich glaube nicht, dass es den starken Zuzug in genau diese Viertel ohne solche Pioniere gegeben hätte. Die hippen, „jungen“ und jetzt immer teureren Viertel sind eben nicht in Reudnitz, Lindenau oder Pieschen entstanden, obwohl die (baulichen) Voraussetzungen nicht viel anders waren.

    Chemnitz hat so etwas nie gehabt. Jetzt scheint sich mal so etwas ähnliches in kleiner Form zu entwickeln in der Nachbarschaft zum Weltecho, Südbahnhof und ein paar kleineren Cafés und Anlaufpunkten auf der Reichenhainer Str. in Richtung Uni. Viel gibt es da ja nicht in Chemnitz, wo Leute unter 35 hin gehen können und wollen. Die Rahmenbedingen könnten eigentlich ganz gut sein. Wenn man also Studis will und Kultur, warum lässt man dann die Reba84-Leute nicht werkeln? Sollte das Projekt wirklich schief gehen, kann doch das Eckhaus später immer noch saniert werden. Es geht ja nicht kaputt oder verloren. Warum lässt man sich, wenn man schon Studenten und Kultur will, nicht auf dieses experimentelle Karree ein? Wohnqualität für Studenten sind nicht nur Fernheizung, Fahrstuhl, Klicklaminat und Einbauküche. Habt ihr eigentlich mal gekuckt, mit welchen Vorteilen GGG und andere Gesellschaften ihre Angebote für Studenten in ihren Hochglanzbroschüren und auf der Website anpreisen? Eine lebendige, für junge Leute attraktive Stadt sieht anders aus als Chemnitz.

    Ich kann mir jedoch gut vorstellen, wie das Ganze enden wird. Die Leute in der Reba84 bekommen ein, zwei Ersatzangebote als Alibi, allerdings zu klein, verschwammt oder am hinteren Ende von Siegmar, um guten Willen zu zeigen. Jedenfalls fliegen sie raus und dann wird mächtig saniert, wobei die letzten drei Gründerzeit-Häuser am Ende der Fritz-Reuter-Straße, die z.T. wirklich marode sind, auch noch wegmüssen, um das Karree zu öffnen. In die beiden längeren Flügel ziehen keine Studenten, denn wenn sowie schon nichts zum Weggehen in der Nähe ist, können die auch in den Blöcken an der Vettersstraße oder der Wartburgstraße wohnen bleiben, da haben sie es wenigstens nicht so weit bis zur Uni. Also ziehen die Leute da hinein, die in der Nachbarschaft wohnen, aus den letzten paar alten Häusern in der Ritterstraße, Zetkinstraße, … vielleicht noch aus dem Lutherviertel. Die Häuser stehen dann endgültig leer – Abbruch! Der Kopfbau am Bernsbachplatz wird nicht voll, denn dafür ist es dort zu laut und zu viel Straßendreck. In die Verkaufsfläche kommt wieder ein Drogeriemarkt, der sich hält oder auch nicht, aber erst einmal Mieten einbringt. Es wird so, wie es in Chemnitz immer läuft. Und man kann sich sogar noch auf den Fahnen schreiben, sich dem Stadtumbau zu stellen. Man hat ja saniert, aber was will man machen, wenn die Studies dann nicht einziehen? Dann vermietet man halt an die, die in Chemnitz in ausreichender Zahl leben: Senioren. Ich habe wirklich nichts gegen Senioren, aber hier hat man sich schon einmal dazu durchgerungen, eine klein wenig andere Alterszusammensetzung dieses Wohnviertels anzustreben.
    Ich wäre nicht traurig, wenn ich mich geirrt hätte. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch bei den StudentInnen der Technischen Universität Chemnitz, die jeden Abend mit dem Auto zu Mutti nach Hause nach Flöha oder Annaberg fahren. Ich habe (auch deswegen) woanders studiert ;-).

  7. 7 black pirat 27. Februar 2009 um 20:48 Uhr

    :((:d/:x8-|/:):o:-?:-":-w;)[-(:)>-:(:d:d:d:d:d:d:d

  8. 8 black pirat 04. März 2009 um 2:25 Uhr

    answer 2 le mon
    :((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((:((::
    run baby run
    no idea
    nothing to winn
    your way`s not the goal
    especialy not mine

  9. 9 der 12. März 2009 um 14:50 Uhr

    auf das neue chemnitz…lol

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: