Naziangriff

Am morgen des 22.11. haben 4 gelangweilte Nazis, vermutlich aus dem Umfeld des „Freien Netzes“, mehrere Schaufensterscheiben in der Reitbahnstr. 84 eingeworfen und anschließend einen Feuerlöscher in die Räume entleert.

„Wir sind Anlaufstelle für nicht rechte und alternative Menschen und bieten für diese unterschiedliche Programme. Wir zeigen außerdem offen, dass wir rechten Mainstream nicht tolerieren können.“ sagt Vereinssprecher Erik Escher über die Gründe der vermeintlichen Täter.

Die ReBa84 ist ein Raum in dem Menschen leben und Kreativ wirken. Dies geschieht möglichst frei von Zwängen. Gesellschaftliche Strukturen wie Sexismus, Homophobie und Rassismus werden nicht toleriert. Ein solcher Freiraum ist besonders Nazis ein Dorn im Auge. Eine freie Entfaltung der Individuen, ohne dass Einzelne Angst haben müssen, weil sie anders sind, passt wohl nicht in ihr verbohrtes Weltbild.

Davon lassen wir uns natürlich nicht entmutigen, wir werden weiter wirken!


13 Antworten auf “Naziangriff”


  1. 1 snafu 24. November 2008 um 11:02 Uhr

    und täglich grüßt das murmeltier.

    das war also die zweite scheibeneinschmeißaktion innerhalb eines vierteljahres. die glücklicherweise nicht gelungene aktion vom april 2008 mal nicht mitgerechnet. zusammen mit den körperverletzungen in zusammenhang mit naziaktivitäten ergibt sich hier oberflächlich betrachtet das bild eines gestiegenen rechten gewaltpotentials im chemnitzer stadtgebiet.
    das chemnitzer nazis nicht erst seit 2008 gewalttätig sind müsste allen beteiligten eigentlich klar sein. doch im vergleich zur derzeitigen situation tobten sich die nasen in den letzten jahren halt im ländlichen raum aus und chemnitzer jugendlichen konnte es so vorkommen, dass es in „ihrer“ stadt gar kein problem mit nazigewalt gäbe.

    das ist offensichtlich nicht mehr der fall. für menschen, die im ländlichen raum leben, war es noch nie der fall!!!

    die versuche, die tägliche nazigewalt in der öffentlichkeit zu thematisieren, müssen intensiviert werden, auch wenn es so scheint, dass es für die meisten menschen völlig normal geworden ist, dass nazis gewalttätig sind. es ist leider kein skandal mehr, wenn menschen sterben, progromartige szenen durch die medien geistern oder der/_/die arbeitkolleg_in, komiliton_in bzw.“freund_in“ einen menschenverachtenden spruch ablässt.

    keep on enlightning

  2. 2 ich 24. November 2008 um 11:15 Uhr

    Freie Presse – Chemnitzer Zeitung – Nachrichten

    „Vandalen in Vereinsräumen

    Vier Schaufensterscheiben von Räumen des Vereins zur Wiederbelebung kulturellen Brachlands an der Reitbahnstraße 84 haben Unbekannte am Samstag gegen 4.30 Uhr mit Steinen eingeworfen. Anschließend sprühten sie das Pulver eines Feuerlöschers in die Zimmer. „Im Erdgeschoss hielten sich Jugendliche auf, als plötzlich vier der großen Scheiben eingeworfen wurden. Durch das entstandene Loch hielten die Angreifer den Schlauch eines Feuerlöschers und entleerten ihn. Wir dachten, es wäre Reizgas“, sagte einer der Jugendlichen von dem alternativen Kultur- und Wohnprojekt. Den Schaden bezifferte Polizeisprecher Frank Fischer gestern mit 3000 Euro. Einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat, wie vom Verein vermutet, bestätigte die Polizei gestern nicht. Zeugen wollen vier Männer gesehen haben. Die Gebäudewirtschaftsgesellschaft GGG hat dem Verein die Räume zur Nutzung überlassen. (grit/REU)“

  3. 3 du 24. November 2008 um 13:12 Uhr

    „Einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat,[…] bestätigte die Polizei gestern nicht.“

    Mir fällt halt leider keine andere Personengruppe ein, die etwas davon hätte der ReBa auf diese Weise schaden zuzufügen. Natürlich ist die Staatsmacht verpflichtet offiziell „Neutralität“ zu Zeigen, aber es ist genau dieses Verhalten, dass das von snafu beschriebene Problem der gesellschaftlichen Ignoranz gegenüber rechter Gewalt beflügelt.

  4. 4 raa 24. November 2008 um 13:24 Uhr

    Angriff auf alternatives Kultur- und Wohnprojekt „Reba84“

    Gegen 4:00 Uhr des vergangenen Samstages wurde das alternative Kultur- und Wohnprojekt in der Reitbahnstraße 84 Ziel eines Angriffes. Im Erdgeschoss des Objektes hielten sich noch einzelne Jugendliche auf, als plötzlich 4 der großen Schaufensterscheiben eingeworfen wurden. Durch das entstandene Loch, hielten die Angreifer den Schlauch eines Feuerlöschers und entleeren diesen im Inneren. „Wir dachten es wäre Reizgas.“ Sagte einer der Betroffenen Jugendlichen im Nachgang. Den ca. 4 vermummten Angreifern gelang die Flucht.

    Das Kultur- und Wohnprojekt Reba84, ist in der Vergangenheit des Öfteren Ziel derartiger Angriffe gewesen. Der traurige Höhepunkt, war der Brandanschlag am 29.04. diesen Jahres. In der Wahrnehmung der Bewohner kommen diese Angriffe aus der rechtsextremen Kameradschaftsszene in Chemnitz. „Dies lässt sich durch die Art, wie Angriffe ausgeübt werden und natürlich auch durch Parolen belegen, die bei einigen dieser Angriffe gerufen wurden“ sagte einer der Bewohner.

    Auf die Frage warum das Projekt zur Zielscheibe rechter Angriffe wird erklärten die Bewohner: „ Wir sind Anlaufstelle für nicht rechte und alternative Menschen und bieten für diese unterschiedliche Programme. Wir zeigen außerdem offen, dass wir rechten Mainstream nicht tolerieren können.“

  5. 5 morgen post 24. November 2008 um 14:53 Uhr

    Hopp, hopp, hopp, ein Viertel läuft Galopp

    CHEMNITZ – Die Stadt gibt dem Reitbahnviertel die Sporen. Nächste Woche berät der Stadtrat über das Entwicklungskonzept für den Stadtteil hinter dem Tietz. Demnach soll es endlich aufwärts gehen mit der lange vernachlässigten Ecke, die bisher eher für ihren Leerstand und Vandalismus bekannt ist.

    „Der Stadtteil wird momentan etwas stiefmütterlich behandelt“, gibt Baubürgermeisterin Petra Wesseler (45, parteilos) zu. 1996 lebten noch 4000 Chemnitzer in dem 43 Hektar großen Gebiet, zehn Jahre später waren es nur noch 2180. 2006 standen mehr als 1000 Wohnungen leer. Bewegung kommt seit vorigem Jahr zumindest in das ehemalige Kinderkaufhaus in der Reitbahnstraße, in das ein alternatives Wohn- und Kulturprojekt eingezogen ist. Doch immer wieder gibt es Anschläge – zuletzt am Wochenende, als Vandalen mit Steinen die Fenster einwarfen.

    Das Reitbahnviertel, dessen Name wahrscheinlich von der früheren Pferdebahn kommt, soll nun im Galopp frischer und lebenswerter werden. Geplant ist, es als Fördergebiet auszuzeichnen, um vom Bund Geld für die Sanierung von Gebäuden abgreifen zu können. „Damit wollen wir ein deutliches Signal setzen“, so Bürgermeis-terin Wesseler. Auch mehr Grün und Verkehrsberuhigung sollen her. as

  6. 6 es geht auch schlimmer 25. November 2008 um 0:16 Uhr

    „Es gab in letzter Zeit drei nennswerte Angriffe auf das Komm-Haus im Leipziger Plattenbauviertel Grünau. Beim ersten vor mehreren Wochen wurde die Fassade mit Parolen sogenannter autonomer Nationalisten verschandelt. […]
    In der Nacht vom 22. zum 23.11. wurden vier Scheiben des Komm-Hauses eingeworfen. Der traurige Höhepunkt ereignete sich eine Nacht später, als gegen 2.30 im Erdgeschoss des Gebäudes Feuer gelegt wurde. Die Büroräume im Erdgeschoss wurden komplett zerstört.“

    http://de.indymedia.org/2008/11/233838.shtml

  7. 7 flexo 26. November 2008 um 10:37 Uhr

    vermummte angreifer. komisch hab ich nicht mal solche am tag einer gewissen demonstration AUS der reba kommen sehen?! naja, selbst wenn, dann ist das ja schließlich etwas ganz anderes…

  8. 8 hausfreund_in 26. November 2008 um 13:28 Uhr

    Da will also unser „Lieblingsnazi“ mal wieder die Unterschiedslosigkeit von linker und rechter Gewalt hervorheben. Dass jedoch Nazigewalt rein quantitativ einen ganz anderen gesellschaftlichen Stellenwert hat, fällt dem großen Analysten dabei irgendwie nicht auf. Die böse autonome Antifa hat sich nun mal deshalb „gegründet“, weil es für die Hausprojekte der 80er notwendig war sich gegen die ständigen Naziangriffe zur wehr zu setzen und diese Gegenwehr ein Mindestmaß an Organisation benötigt. Antifaschistische Selbstverteidigung hat noch nie an keinem Ort derartige Ausmaße angenommen, wie die ständig steigende Nazigewalt.
    Aber auch qualitativ hinkt der Gleichsetzungsversuch gewaltig. Nazis attackieren unterschiedslos jede_n die_der nicht in ihr beschränktes Weltbild passt, dass das dann auch Todesfolgen haben kann, ist allein schon mit Beispielen aus dem Sommer 2008 zu belegen. Während sich antifaschistischer Selbstschutz meistens auf bekannte Personen bezieht und in der Regel nicht jede_n x-beliebige_n trifft.
    Ich bin selbstverständlich kein_e Anhänger_in von Gewalt. Mir wäre eine Welt, in der körperliche Auseinandersetzung ein Kapitel aus der barbarischen Vergangenheit sind, eindeutig lieber, aber das agieren der Faschos gegen mein Umfeld hat mir gezeigt, dass es keinesfalls dadurch besser wird, ständig die andere Wange hinzuhalten.

    Lasst uns endlich begreifen,
    Dass aus der Liebe nichts wird,
    Solang‘ der Gegner gewalttätig bleibt
    Und den Krieg führt

  9. 9 test 26. November 2008 um 22:05 Uhr

    test

  10. 10 flexo 26. November 2008 um 22:39 Uhr

    oh, lieblingsnazi der reba84, das hät ich gern handschriftlich zum einrahmen:">

    ich mach tatsächlich keinen unterschied zwischen rechter, linker, reiligiöser oder was weiß ich was für gewalt. das hat allerdings wenig damit zu tun, dass ich die politischen ideologien gleichsetze. die haben damit nämlich recht wenig zu tun. die ideologie wird lediglich als legitmationsgrund fürs „austoben“ genutzt. die aggression ist meist schon vorher da, nur eben kein ventil zum ablassen. da kommt der „untermensch“ oder „unmensch“ doch gerade günstig. die medien sind daran nicht ganz unschuld. die „nazis“ sind glatzköpfe, die ihre zeit damit verbringen migranten zu verprügeln. so läufts täglich über die bildschirme. die linken zünden autos an und werfen steine auf die polizei. es ist leicht nachzuvollziehen, dass derjenige der eh zuschlagen will, von solchen (schein)szenen angezogen fühlt. das resultat ist, dass die szenen wirklich zu dem verkommen als dass sie dargestellt werden.

    dein vergleich zwischen antifa und nazis ist mir ein bisschen zu subjektiv. dass antifaschistische gewalt MEISTENS nur bekannte personen trifft wage ich doch zu bezweifeln. klick dich doch einfach mal durch youtube (bsp. pro köln kongress). auch trifft es nicht immer die „richtigen“ (die es nicht gibt). hast du ne ahnung, wieviele sharps schon dem antifaschistischen selbstschutz zum opfer fielen?

    desweiteren belibt mir der zweck der aktionen irgendwie verborgen. der zuschlagende „nazi“ gehört meistens zur unorganisierten mitläufer-szene. nun haben doch genau die „linken“ theoretiker sich damit befasst, warum die leute dort sind. bis auf wenige ausnahmen, kommt glaube ich kaum einer zum schluss, dass sich die situation ändert, wenn man mal mit dem brecheisen draufhaut. ganz im gegenteil. der mitläufer sucht dann doch erst recht den schutz der gruppe und sieht sich in seinen feindbildern wahrscheinlich noch bestätigt.

    dein zitat zum schluss war schon immer die rechtfertigung für alle kriege gewesen und könnte umformuliert heißen: „nie wieder krieg, nach unserem sieg.“ hm, jetzt setz ich wieder gleich….

  11. 11 Solidemo jetzt! 01. Dezember 2008 um 10:04 Uhr

    Nazis brennen autonomes Zentrum nieder

    In der vergangenen Nacht fiel das wichtigste autonome Zentrum Schwedens, das Kulturzentrum „Cyclopen“ im Stockholmer Stadtteil Högdalen, einem faschistischen Brandanschlag zum Opfer. Das Gebäude ist nach dem Einsturz der tragenden Pfeiler und des Daches restlos zerstört. Einige NutzerInnen des Hauses kamen nur knapp mit dem Leben davon.
    Das Cyclopen war auch in diesem Jahr der zentrale Koordinationspunkt für den antifaschistischen Widerstand gegen den alljährlichen Nazi-Aufmarsch in Salem am 6. Dezember. Dieser wird immer wieder von Nazis aus ganz Europa besucht. Anlass ist der Tod des Naziskins Daniel Wretström der in Salem, nahe Stockholm, am 9. Dezember 2000 bei einem rassistischen Überfall auf migrantische Jugendliche in Notwehr erstochen wurde und dann von den Nazis zum Märtyrer hochstilisiert wurde.

    Hatte es in den vergangenen Jahren im Vorfeld des Aufmarsches stets unzählige Drohungen der Nazis gegen das Cyclopen gegeben, so war es in diesem Jahr auffallend still – einige meinten, zu still!. Die Frage nach dem Grund dafür scheint nun beantwortet!

    Mit dem Cyclopen verliert Stockholm seinen wichtigsten Bezugspunkt für selbstverwaltete Kultur- und Sozialprojekte. Ob Umwelt-, Antifa-, Antira-, Stadtteil- oder Musikgruppen; allen bot dieses Haus Platz für Treffen, Büroarbeit und Übungsräume. Der ideelle Schaden ist in Geld überhaupt nicht zu beziffern; der angerichtete Sachschaden ist gleichfalls nahezu unbezahlbar. Es konnte bei dem Brand buchstäblich NICHTS gerettet werden, einige Leute aus dem BetreiberInnen-Kollektiv kamen nur knapp mit dem Leben davon. Ob Arbeitsomputer der einzelnen Gruppen, Musikinstrumente der dort probenden Bands, die Volxküche, die Werkstatt, die Druckerei, unzählige Bücher in mehreren Sammlungen und Bibliotheken des politischen Widerstandes, das größte Archiv Nordeuropas für die sozialer Kämpfe unserer Zeit – alles vernichtet!

    Wie es weitergehen soll, weiß hier im Moment niemand so recht. Fest steht nur, dass es weitergehen MUSS! Ein Anfang wird am 6. Dezember gemacht werden, wenn wir den Nazis unseren ganzen Hass und unsere ganze Verbitterung zurückgeben werden, indem wir den Salem-Marsch für sie zu einer Vorhölle machen werden!

    SIE WERDEN NICHT DURCHKOMMEN!

  12. 12 antifa.sozialbetrug 05. Dezember 2008 um 18:28 Uhr

    „GEH-DENKEN“ Ein klares Stopp zum Rechtsextreismus

    Unterstützt den Aufruf von Geh Denken – Ein klares Stopp zum Rechtsextremismus!

    http://geh-denken.de/joomla/weitere-unterzeichner.html

    Aufruf ‚GehDenken‘ – 14. Februar 2009 gegen Neonazis
    Europas größten Neonazi-Aufmarsch stoppen
    http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about1054-15.html

    English, Tschechisch, Sorbisch, Polnisch, Russisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch
    http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about1091.html

  1. 1 MdB 2.0 » Blog Archive Pingback am 08. März 2009 um 22:56 Uhr
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