Scheitern und Zukunft kommunistischer Gesellschaftskritik

Dienstag 28.10. | 19.00 Uhr | Reitbahnstrasse 84

Vortrag und Diskussin mit Hannes Gießler von der Leipziger Gruppe in Gründung

Ist der Kommunismus gescheitert? Oder nur schief gegangen? Oder wurde mit dem „real existierenden Sozialismus“ etwas umgesetzt, dass dem Kommunismus gar zuwider lief? Hannes Gießler glaubt, dass kommunistischer Gesellschaftskritik drei Irrtümer zugrunde lagen, die mehr oder weniger auf die schiefe Bahn des real existierenden Sozialismus führten. Erstens: dass das Proletariat ein revolutionäres Subjekt ist, ist falsch und diente schließlich nur der Huldigung der Arbeit und der Indienstnahme und Verherrlichung der arbeitenden Bevölkerung. Zweitens: Marx hat sich um die Frage herumgedrückt, ob eine „gemeinschaftliche Kontrolle“ (Marx), im Gegensatz zu der über den Markt vermittelten kapitalistischen Produktion, nicht die totale Verstaatlichung und Kollektivierung der Gesellschaft bedingen muss. Genau das geschah in der Praxis: die Kontrolle und Kollektivierung der Produktion führte zur Kontrolle und Kollektivierung aller Individuen zuungunsten ihrer Freiheit. Drittens: Marx deklarierte den Kommunismus als Auflösung des Widerstreits von Individuum und Gattung. Doch das war nur schön gesagt. Es kam anders: der Widerstreit wurde in der Annahme, dass das größtmögliche Allgemeinwohl letztlich auch dem Wohl des Individuums dienst, zuungunsten des Individuums entschieden. Anders gesagt: Die soziale Frage wurde zuungunsten der Freiheit beantwortet.

Eine Strömung, die am Ziel einer Gesellschaft festhält, in der es keine Klassen mehr gibt, Produktion und Konsumtion gerecht vonstatten gehen und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind, muss sich daher drei Fragen stellen:

Erstens: Welcher Gestalt müsste sie sein und woher könnte die Gewalt erwachsen, die die kapitalistische Produktionsweise überwindet?

Zweitens: Wie könnte eine gerechte Produktionsweise aussehen, ohne dass sie zu mehr Staat oder zu größeren Kollektivzwängen führt?

Drittens: Wie wird der Widerstreit von Individuum und Gemeinschaft beziehungsweise Freiheit und Gerechtigkeit nicht zuungunsten der Freiheit des Einzelnen gelöst?

Gruppe in Gründung Leipzig: http://www.gig-leipzig.com/index.html


3 Antworten auf “Scheitern und Zukunft kommunistischer Gesellschaftskritik”


  1. 1 flexo 27. Oktober 2008 um 17:35 Uhr

    och, und das wars schon? wie siehts denn mit so banalen dingen, wie triebstruktur aus? nicht wenige leiden aus ihr den „willen zur macht bzw. zum sadismus“ ab, der letztendlich zu menschenverachtenden diktaturen führte, die sich warum auch immer als sozialistisch oder kommunistisch bezeichneten.

  2. 2 mates of state 27. Oktober 2008 um 19:11 Uhr

    @flexo
    deine persönliche stunde null: „internetführerschein und punktlandungen (1/2)“!
    ach scheisse alter.

  3. 3 flexo 30. Oktober 2008 um 16:11 Uhr

    ich meinte natürlich leiTen…

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