HEIMAT, VOLK UND BRANDANSCHLAG – Aufruf des Bündisses aus aak und ki23 zum 1.Mai

AUFRUF ZUM 1. MAI 2008, 9:00 UHR – CHEMNITZ KARL MARX MONUMENT
In der Nacht vom 28. zum 29. April versuchten unbekannte Täter in Chemnitz einen Brandanschlag auf das Wohn- und Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 zu verüben. Mindestens zwei Brandsätze wurden gegen die Fenster und die Plakatwand im Erdgeschoss des Gebäudes geschleudert. Bündnisses
Der eine Brandsatz bestand aus einer Bierflasche, die mit Spiritus gefüllt war, der andere aus einem Eistee-Tetrapak, ebenfalls gefüllt mit Spiritus. Augenzeugen berichteten, sie hätten zwei jung wirkende, vermummte Personen in schwarzer Kleidung fliehen sehen. Die Täter warfen ihre Brandsätze offenbar ungeachtet der etwa 150 Meter stehenden Polizei, die gerade einen Autofahrer nach Alkohol kontrollierte. Die Zeugen machten die Polizeibeamten auf ihre Beobachtungen aufmerksam, diese sahen sich jedoch erst nach Beendigung der Fahrzeugkontrolle imstande der versuchten Brandstiftung nachzugehen. Wieso hier nicht sofort reagiert wurde bleibt unklar.
Seit Beginn des Projektes vor knapp zehn Monaten sehen sich die Bewohnerinnen Diffamierungen, Drohungen und auch Angriffen aus der Naziszene ausgesetzt. Dass auch dieser Anschlag seine Wurzeln im rechtsradikalen Spektrum hat, liegt daher nahe.
Damit reiht sich dieses Ereignis ein in eine Kette von Vorfällen, wie Brandanschläge in Colditz und Leipzig, sowie diverse Überfälle in Burgstädt und im mittelsächsischen Raum. Damit erreicht die Gewaltbereitschaft der Nazis in Sachsen ein erschreckendes Niveau.
Die gewaltbereiten Neonazis sind aber nur Teil des Problems. Die Ideologische Grundlage der Nazis deckt sich eben zu einem großen Teil mit der Kapitalismuskritik der Gewerkschaften. Wenn sich auf „Gute Arbeit“ und „Heuschrecken“ bezogen wird, dann ist das nur eine Handbreit vom „Schaffenden und Raffenden Kapital“ entfernt und bildet die braune Brühe, in der die Nazis sich richtig wohlfühlen.
Deshalb rufen wir alle auf am 1. Mai gemeinsam gegen Nazis, Kapital und „Gute Lohnarbeit“ auf die Straße zu gehen.
9:00 Uhr Karl Marx Monument

Bündniss aus ki23 und aak

Dieser Aufruf gibt nicht die Meinung aller Hausbewohner_innen wieder!


15 Antworten auf “HEIMAT, VOLK UND BRANDANSCHLAG – Aufruf des Bündisses aus aak und ki23 zum 1.Mai”


  1. 1 e. brauer 29. April 2008 um 17:32 Uhr

    da habt ihr nach dem üblen brandanschlag nichts besseres zu tun
    als noch mal schnell auf die gewerkschaften einzuprügeln ?
    grüße an die sekte
    e. brauer

  2. 2 devnull 29. April 2008 um 18:06 Uhr

    Die gewaltbereiten Neonazis sind aber nur Teil des Problems. Die Ideologische Grundlage der Nazis deckt sich eben zu einem großen Teil mit der Kapitalismuskritik der Gewerkschaften. Wenn sich auf “Gute Arbeit” und “Heuschrecken” bezogen wird, dann ist das nur eine Handbreit vom “Schaffenden und Raffenden Kapital” entfernt und bildet die braune Brühe, in der die Nazis sich richtig wohlfühlen.

    Dass sich „Gute Arbeit“ und „Heuschrecken“ in der Nähe von „Schaffenden und Raffenden Kapital“ befindet, ist doch noch längst kein Argument gegen die Kapitalismuskritik der Gewerkschaften. So als ob sich die Richtigkeit von Kritik daran entscheiden würde, wieweit sie von den Positionen des politischen Gegners entfernt ist.

  3. 3 Seruun 29. April 2008 um 19:43 Uhr

    Es geht doch darum, dass die Nazis eben in den bösen Kapitalisten die Juden meinen zu sehen!! Auch sind nicht alle Gewerkschaftsmitglieder so links wie man manchmal glauben mag. Nichtsdesdotrotz unternehmen die Gewerkschaften auch nach wie vor einiges gegen Rechtsextremismus.

    Der Brandanschlag offenbart mal wieder wunderbar, wer hier „das Volk“, besser gesagt die Menschen, bedroht und welche Gesinnung zu so etwas führt!!

  4. 4 und ab damit 29. April 2008 um 20:05 Uhr

    auf indymedia um den aufruf zu vergrößern…

  5. 5 pohrt 30. April 2008 um 2:01 Uhr

    erst auch mal ungeprüft grüße an die sekte.
    nur: über den faschismus den kapitalismus zu kritisieren, das ist schwach. und sich selbst als juden zu sehen ist echt übertrieben. ich gebe e.brauere recht „als noch mal schnell auf die gewerkschaften einzuprügeln?“. was soll das? entweder man hat eine kritik an den gewerkschaften, an der arbeit oder nicht, aber das über die faschismuskeule (sorry) zu lösen ist nix.

  6. 6 seruun 30. April 2008 um 11:32 Uhr

    @Pohrt
    Ich glaube, die Bewohner wollten sich keinesfalls mit Juden vergleichen…

  7. 7 Pete 30. April 2008 um 12:35 Uhr

    40/2008 Leutert: Anschlag gegen Chemnitzer Kulturprojekt –
    Strategien gegen rechts gefragt

    In der Nacht zu heute ist in Chemnitz ein Brandanschlag gegen das alternative Wohn- und Kulturzentrum ‚ reitbahnstrasse 84’ verübt worden. Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Michael Leutert, erklärt dazu: „Der Anschlag reiht sich ein in eine Folge von Angriffen in Sachsen gegen linke bzw. alternative Einrichtungen und Personen sowie gegen Menschen mit Migrationshintergrund. Die rechtsextreme Gefahr darf nicht länger verharmlost werden. Vielmehr brauchen wir endlich wirksame gesellschaftliche Gegenstrategien.“

    Leutert weiter:
    „Der Brandanschlag in Chemnitz ist als Teil einer veränderten Strategie der Rechtsextremen zu werten, nach dem ländlichen Raum nun verstärkt die Großstädte in Sachsen ins Visier zu nehmen. Es geht dabei darum, Angst zu erzeugen, Andersdenkende zu verdrängen, um selbst die Hegemonie zu erlangen. Neben konsequenter strafrechtlicher Verfolgung müssen deshalb präventive Maßnahmen ausgebaut und eingeschränkt werden. Die Änderung der Förderbestimmungen der Bundesprogramme gegen Rechtsextremmismus zu Lasten lokaler und unabhängiger Initiativen trägt dazu nicht bei und sollte revidiert werden.“

  8. 8 tom joad 30. April 2008 um 13:43 Uhr

    undifferenzierte kackscheiße!

    es ist die richtige strategie den versuchten brandanschlag auf die reitbahnstraße öffentlich zu machen.

    und es ist okay die verkürzte kapitalismuskritik der gewerkschaften zu thematisieren.

    aber es ist absolute scheiße, das in ein und demselben flugblatt zu machen!
    in welchem kausalzusammenhang stehen die gewerkschaften und der spiritus-tetrapak, der auf dem gehweg vor der reitbahnstraße aufgeklatscht ist???

    der letzte absatz von dem flugi ist nix anderes als leute anzupissen, die uns bisher geholfen haben!
    was ist das für ne arrogante einstellung die davon ausgeht, dass antifaschist_innen immer nur schwarze kapuzenpullis tragen? und warum machen die polit-freaks, die sich den letzten absatz rausgekotzt haben nicht mal ne inhaltliche veranstaltung auf der reitbahnstraße zu dem thema (ist wohl entspannter nur nen flugi zu machen, das andere könnte ja in arbeit ausarten!)?

    mhm mhm, ach so ja… basisdemokratie und plenastrukturen sind wohl auch futsch: unter dem flugi steht dick und fett reitbahnstraße, aber abgequatsch war das nicht.

  9. 9 säki 30. April 2008 um 15:27 Uhr

    niemand behauptet, dass die gewerkschafter_innen tetrapak mollis schmeißen. das ist ja auch unsinn.
    sicherlich ist es tatsächlich suboptimal beide themen auf einem flugi und noch dazu relativ verkürzt darzustellen. jedoch ist eine ausführliche auseinandersetzung zum thema gewerkschaften und kapitalismuskritik eine sache, die mehr als einen halben tag zur vorbereitung braucht (und auch mehr als einen A5 zettel). ich bin davon überzeugt, dass die schreiberling_innen des aufrufes sich auch längerfristig mit dem angeschnittenen topic auseinandersetzen werden und im zuge dessen auch diskussionen und längere ausführungen folgen können.
    alles in allem ist es dennoch wichtig, wenn zum 1. mai eine demo stattfinden soll, die außerdem auch noch den gleichen startpunkt hat, wie die der gewerkschaften, darauf hinzuweisen, dass mensch nicht mit den forderungen und ansichten dieser übereinstimmt. wenn vielleicht auch nur punktuell.

    yeah.

  10. 10 flexo 30. April 2008 um 18:55 Uhr

    wie hoch war denn der schaden?

  11. 11 id-ntt 30. April 2008 um 22:53 Uhr

    flexo 30. April 2008 um 18:55 Uhr
    wie hoch war denn der schaden?

    glücklicherweise weder sach-noch personenschäden.(ist auf einigen nachrichtenseiten anders zu lesen)

    der gesellschaftliche schaden, den derartige aktionen anrichten, kann aber nicht hoch genug eingeschätzt werden( stichwort: klima der angst)

  12. 12 ki23 01. Mai 2008 um 9:56 Uhr

    nur so zu flexo:

    KoksenKackenKotzen 21. April 2008 um 9:03 Uhr

    das ist ja mal wieder ganz toll hier findet einer der freien netz nasen (http://chemnitz.freies-netz.com/blickpunkt-chemnitz/wir-klagen-an-die-den-tod-auf-chemnitz-warfen/ hier ein blick auf den hintergund von flexo) den weg ins “weltnetz” und muss gleich mal blöd rum scheißen.

  13. 13 flexo 01. Mai 2008 um 10:24 Uhr

    @ki23)

    sollt ich deinen link lieber als meine homepage angeben, damit du nicht immer nach mir posten musst, dass ich dort was geschrieben hab?

  14. 14 Alf 07. Mai 2008 um 12:28 Uhr

    @tom joad

    Wer hier so viel von „absoluter scheisse“, „kackscheisse“, „rauskotzen“ und „anpissen“ schreibt, kann anderen vielleicht Arroganz und Undifferenziertheit vorwerfen, sollte aber zuerst mal seine eigenen Gülleausbrüche in den Griff bekommen.

  15. 15 devnull 07. Mai 2008 um 15:45 Uhr

    genau! lol

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