Pressemitteilung vom 03.07.2007

Pressemitteilung der Initiative Eberhard Weber vom 03.07.2007

Sehr geehrte Medienpartner_innen,

nach dem erhöhten Entscheidungsdruck der letzten Tage sind wir in den Verhandlungen mit der GGG zu einer Übergangslösung gekommen. Morgen soll ein Vertrag über das Gebäude Reitbahn- Ecke Gustav-Freytag-Strasse unterzeichnet werden, der den ersten Monat Mietfreiheit und ein Vertragsrücktrittsrecht bis Mitte August beinhaltet. Für uns Zeit für weitere Verhandlungen und die Planung unseres Projektes.
Nachdem die Vertragsverhandlungen mit der GGG anfänglich vielversprechend waren, schienen sie zu Wochenbeginn in einer Sackgasse geraten zu sein. Zum einen hatten sich die Verhandlungen aus unserer Sicht viel zu früh auf das Objekt „Kinderkaufhaus“ verengt und zum anderen sind die die Vertragsbedingungen, die von der GGG an das Haus Reitbahn- Ecke Gustav-Freytag-Strasse geknüpft wurden, von uns in der kürze der Zeit nicht abzuschätzen. In der Übergangsfrist wird all dies nochmals zu überdenken und zu diskutieren sein.
Beim heutigen Bürgergespräch mit der Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig versicherte sie uns ihre Sympathie. Es habe einige gegeben, die die Räumung gewollt hätten und die sie zurückhalten musste, so die Oberbürgermeisterin. Sie lobte unser Engagement und unsere Standortwahl, war aber nicht wirklich über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der GGG informiert. Unsere Aussage, die Vertragskonditionen seien nicht so günstig wie bei den modellhaften „Wächterhäusern“ in Leipzig, überraschte die Oberbürgermeisterin. Wenn sie auch nicht in laufenden Geschäftsbetrieb der GGG eingreifen könne, so sicherte sie doch Unterstützung in den weiteren Verhandlungen zu.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes Börries Butenop, hatte uns schon am Vortag in der „Kämpfer_in“ besucht und uns mitgeteilt, dass unser Engagement im Stadtteil durchaus gewollt ist und dass er uns eine Liste mit Ausweichquartieren zur Verfügung stellen wird, bei denen die Stadt ein Interesse daran hat, sie durch Nutzung zu erhalten. Weiterhin sagte er, dass die Idee der „Wächterhäuser“ aus Leipzig auch in Chemnitzer Behördenstuben gut ankam, sich jedoch keine „Wächter“ meldeten. Nun sind wir da.

Das Stadtplanungsbüro „Complizen“ aus Berlin und Halle meldete sich bei uns, weil es von der Stadt beauftragt wurde, gerade das „Reitbahnviertel“ zu „entwickeln“. Wir könnten darin eine gewichtige Rolle als sozial-identifikatorischer Brennpunkt spielen.
Ebenso viel Sympathie konnten wir von der Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth empfangen. Die SPD-Fraktion besuchte uns und Bundestagsmitglied Detlev Müller kündigte sein Engagement in der Sache an.
Kurz, wir befinden uns in anbrechenden politischen Gesprächen und werden die nächste Zeit nutzen, um mit Stadtplanung, Kulturamt, Jugendamt und sonstigen Partnern Rücksprache zu halten.

Initiative Eberhard Weber


2 Antworten auf “Pressemitteilung vom 03.07.2007”


  1. 1 Herbert 12. November 2007 um 20:15 Uhr

    04.07.07
    Karl-Immermann-Straße 23/25
    Räumung des Hauses durch Kultur-Initiative

    Nach gut 14 Tagen will die Initiative „Eberhard Weber“ das von ihr besetzte Haus bis kommenden Freitag räumen. Dies sieht eine entsprechende Vereinbarung vor, die heute zwischen Initiative und GGG getroffen wurde. An der Idee eines kulturellen Stadtteil-Treffs mit Café, Lesungen, Info-Möglichkeiten und kleineren Konzerten für junge Chemnitzer wollen die Initiatoren nach eigenen Aussagen weiterhin festhalten.

    Die GGG bietet hierfür das derzeit leer stehende Haus Reitbahnstraße 84 / Bernsbachplatz 6 (ehem. „Kinderkaufhaus“) als alternativen Standort an, der im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung Platz bietet, ein solches gemeinwesenorientiertes Projekt nunmehr eigenverantwortlich zu realisieren.

    Nachdem sich unser Unternehmen in den vergangenen zwei Wochen trotz Medienanfragen weitgehend mit Kommentierungen zur Karl-Immermann-Straße zurückgehalten hat, möchten wir an dieser Stelle betonen, dass wir der inhaltlichen Idee der Initiative grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber standen.

    Bereits im März dieses Jahres hatten wir mit dem „Verein zur Wiederbelebung kulturellen Brachlands“ sowie einem Architekten verschiedene andere Standorte im Bereich des Brühl besichtigt, jedoch keine weiteren Rückmeldungen hierzu bekommen.

    Der Verein ist nunmehr Partner für die Nutzungsvereinbarung am Bernsbachplatz – ein Ergebnis, dass man unserer Ansicht nach inhaltlich ohne Probleme und Besetzung auch im Frühjahr hätte aushandeln können. Nicht zuletzt deshalb lehnen wir die „Besetzung“ der Karl-Immermann-Straße grundsätzlich ab. Letztlich war es lediglich das ernsthafte Bemühen der jungen Leute für die gemeinwesenorientierten Projektinhalte und eine gewisse Ordnung in und um das besetzte Haus herum, was uns dazu bewogen hat, über die Realisierung einer solchen Idee als „Ergebnis“ des Jugendaktionstages zu diskutieren.

    Wir sehen uns als kommunales Wohnungsunternehmen natürlich auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung, die jedoch sicherlich Grenzen hat. Zugleich ist ein städtisches Wohnungsunternehmen kein Selbstbedienungsladen für alle möglichen Visionen. Eine dieser Grenzen ist daher die rechtswidrige Inbesitznahme fremden Eigentums – dazu zählt auch die Besetzung von Häusern. Die GGG wird deshalb losgelöst vom derzeitigen Kontext jede Besetzung ihrer Häuser mit allen rechtlichen Konsequenzen entsprechend kurzfristig beenden.

    Die weitere Zukunft der Karl-Immermann-Straße 23/25 ist derzeit offen. Sollte das Haus nach Abschluss des laufenden Reprivatisierungsverfahrens im Bestand der GGG verbleiben, werden wir uns um einen Käufer bemühen, der die Sanierung und weitere Nutzung des Wohnhauses innerhalb des bereits sanierten Wohngebietes übernimmt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Reisz
    Pressestelle

  1. 1 Wir sind ungezogen - Sie finden uns jetzt in der Reitbahnstrasse 84 | Pingback am 13. Juli 2007 um 19:55 Uhr
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